Samstag, 20.10.2007: Anna grummelt

Der Freitag Abend klingt im Academic Pub aus. Da kaum jemand Lust auf Disco hat, findet sich hier fast die gesamte ERASMUS-Gruppe ein. Wir belegen einen ganzen Raum des Pubs, schieben Tische zusammen und verbringen einen netten Abend hier.


Der Samstag macht mir zu schaffen. Ich lese mein Buch zu Ende (natürlich werden die Bösen bestraft und die Guten kommen mit einem Schrecken davon), laufe ein wenig durch die Gegend. Abends wird gekocht. Insgesamt wird mir aber schnell alles zu viel. Ich grummel vor mich hin und bin unzufrieden. Mich nervt das Doppelzimmer, die Sprache, meine Unproduktivität, das Wetter, das Gemisch aus Zigarettenrauch, Essensgeruch und Menschenmasse in der Küche. Ich flüchte ins Zimmer zurück und verkrieche mich zwischen meinen Unikram. Ich will laut Musik hören oder einfach meine Ruhe haben, allein sein. Geht aber nicht, da Ludmila sich noch einmal schlafen gelegt hat, bevor sie gleich losziehen will. Ich habe schon alles abgesagt. Jetzt noch so extrem tolle Disco mit Housemusik und volltrunkenen Menschen und ich platze wirklich...


Also beginne ich schon mal mit Zusammenschriften für die Uni. Dabei stoße ich auf einige Folien über sog. Kulturschocks.













Symptome des Kulturschocks sind in der Theorie:

  • ständige Kritik an Land und Leuten

  • Jammern über das Wetter

  • utopische Ideen über die eigene Kultur

  • anhaltende Besorgnis über die Qualität und Reinheit von Wasser und Nahrungsmitteln

  • Angst vor Kontakt mit Einheimischen

  • Weigerung die Sprache zu erlernen

  • ständige Besorgnis, betrogen oder beraubt zu werden

  • gedankliche Fixierung auf die Rückkehr nach Hause


Laut der Professorin dürften Europäer im europäischen Ausland kaum Probleme mit einem Kulturschock haben, da sich die europäischen Kulturen zu ähnlich sind. Da möchte ich glatt widersprechen. Diese Symptome kann man allesamt bei meinen Kommilitonen beobachten und heute stelle ich auch eine ganze Menge an mir selbst fest.

'Na, laut ihrer Grafik müsste es dann jetzt ja bergauf gehen' denke ich und sehne mich nach einer guten deutschen Milka-Schokolade.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Lies dir das mal durch

http://jennyinpolen.blogspot.com/

Damit du siehst ,daß man's in poznan auch als deutsche durchaus überleben kann ;)