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Zeit für Nonsens

Der Samstag geht ziemlich entspannt an.

Da in Poznan am Samstag die Museen ihre Pforten den Besuchern umsonst öffnen, entscheiden wir uns, uns etwas Kultur anzutun. Zunächst verschlägt es uns in das Museum Narodowe, die Nationalgalerie. Hier erwarten uns Mengen Porträts und Gemälde zur polnischen Geschichte. Es wimmelt von Königen (u.a. König August von Polen, Kurfürst zu Sachsen und Kunstsammler, der Dresden enorm in seiner Erscheinung als Residenzstadt geprägt hat), Gemälden, die vor Symbolen und Anspielung auf die polnische Geschichte, die mehrfache Aufteilung Polens und das Leiden der polnischen Kultur nur so triefen, aber auch Gemälde der flämischen und Berliner Schule, sowie einige zeitgenössische Kunst.

wir kehren zu einer kleinen Stärkung in eine bar mleczny ein, einer Milchbar, in der man preisgünstiges polnisches Essen, wie barszcz (Rote-Bete-Suppe), Pierogi (gefüllte Teigtaschen) kotlet schabowy (Schnitzel) und vieles mehr bekommt.

Auf geht es zum zweiten Museum. Das Museum für polnische angewandte Kunst. Hier sind im Schloss altes Porzellan, Glaskunst, Kleidung, Schmuck und auch einige Möbel ausgestellt. Allerdings sind einige der Räume für uns nicht besichtigbar, da eine neue Ausstellung eröffnet wurde, die an Samstagen erst in einem Monat frei zugänglich ist. Dadurch sind wir in diesem Museum sehr schnell durch.

Also bleibt etwas Zeit. Während ich noch mal ins Wohnheim möchte, um ein wenig mit Stefan zu telefonieren (klappt auch), geht die Bande in den Park neben meinem Wohnheim und findet Zeit, viel Quatsch zu machen: s.u.
Außerdem treffen sie auf Schwertkämpfer und Panzer. Nach überraschend viel Zeit kommen sie im Wohnheim an, und wir essen Reste vom gestrigen Abend. Außerdem gibt es für den Vitaminhaushalt Obstsalat.Den Abend verbringen wir dann wieder in Kneipen, diesmal rund um meine Unigebäude.

Während sich die Bande noch mit dem letzten heißen Bier abkämpfe (Brrrr, Ähhh), mache ich mich schon langsam zurück auf den Weg zum Wohnheim und erwische noch so gerade meine Nachttram.

Besuch in Poznan

Nun ist es soweit: meine beiden jüngsten Geschwister und zwei weitere Freunde aus Harsewinkel kommen mich in Poznan besuchen. Der Einstand ist nicht der beste. Durch einen Stau haben die vier ihren Flug in Dortmund nur ganz knapp erwischt. Einer der Koffer allerdings in Dortmund geblieben, der in den die Mädels ihren Krams gepackt hatten. Ziemlich aufgelöst und überdreht kommen sie an. Sie hinterlassen meine Adresse als Nachlieferort und wir quetschen uns erst mal in den Bus zur Stadtmitte, um von dort ins Hostel zu kommen. Die Mädels regen sich noch über den Kofferverlust auf, die Jungs frotzeln schon darüber. Nachdem wir Zahnbürsten eingekauft haben ("Jungs, ihr habt doch Zahnpasta eingepackt""Öhhhh, ja klar!") gehen wir erst einmal essen.

Da es immer noch recht früh ist, fahren wir dann erst mal zum Wohnheim, wo ich die Mädels mit ein paar frischen Sachen ausstatte, damit sie zumindest über die Nacht kommen, machen wir uns dann auf den Weg in die Stadt, um die ersten Kneipen zu testen.

Mittlerweile komme die Sprüche über den Koffer schon flüssiger ("Schau mal, was die da anhat.", "Wenigstens hat die was zum Anziehen.")

Die erste Kneipe ist das Kultowa, ein super Rockkneipe in einem riesigem Kellergewölbe. Danach geht es geht es noch in den Lizard King am Marktplatz. Wie schon Stefan vor einem dreiviertel Jahr, kommt auch Niklas nicht an der Gitarrendeko an der Eingangstür vorbei. Am nächsten Tag: Stadtführung. Die vier haben nicht besonders gut geschlafen, eine Gruppe musste wohlweiterziehen und lärmte schon früh bei ihren Vorbereitungen. Aber gut.

Ab zum Marktplatz, zum Schloss, zur Kirche, zum Jesuitenkolleg, auf die Ziegen,
zur Katedrahle mit der goldenen Kapelle (der Grabstätte der beiden ersten polnischen Könige),
wieder aus der Katedrahle, Richtung Stadt
zum Marktplatz, die Ziegen am Rathaus bestaunen (ein höchst unspektakuläres Ereignis, das dennoch sämtliche anwesenden Touristen der Stadt um zwölf auf den Marktplatz zieht. So auch uns, auch wenn die Ziegen, die sich die Hörner stoßen, nicht zu Begeisterungsstürmen und Staunen führen, sondern eher zu ungläubigen Mienen und ironischen Anerkennungsrufen),
durch die Einkaufsstraße, bei Marek auf dem Gepäckträger verweilen, durchs Stary Browar zu meiner Uni.
Hier gibt es dann in meinem Lieblingscafé Kaffee und Torte, womit der Kalorienbedarf für die nächsten Stunden mehr als reichlich gedeckt ist.

Während ich am Nachmittag zur Uni muss (Spracheinstufungstest - eigentlich auch so einen Anekdote, allerdings bleibt sie hier nicht weiter erwähnt) und Vorlesung (einzige Erasmusstudentin bei einem nicht sonderlich interessantem Thema, also eher ab der nächsten Woche nicht mehr), geht die Bande ins Einkaufszentrum. Die Mädels wollen zumindest frische Unterwäsche und auch die Jungs wollen ein wenig die polnische Modeszene begutachten.

Wir treffen uns am Abend wieder und gehen Pizza essen. Danach geht es kurz auf eine Erasmusparty. Da hier allerdings kaum Studenten meiner Uni sind und es relativ voll ist, bleiben wir nicht ewig lang, sondern ziehen in den Irish Pub nebenan um. Hier erwischen wir noch eine Liveband, die Blues spielt. Super. Wir spielen sofort das Blues-Impro-Spiel.
Nach einem Bier an einem überhohen Tisch geht es nochmal weiter in einen Club in der Nähe, aber hier halten wir uns nicht sehr lang auf... Langsam machen sich die Anstrengungen des Tages bemerkbar und richtig überzeugt sind wir nicht von der Musik.
Also geht es auf nach Hause, in der Hoffnung, dass der nächste Morgen gutes Wetter und einen Koffer aus Deutschland bringt.

Samstag, 08.06.2008: Euro 2008, Deutschland - Polen

Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Heute spielt Deutschland gegen Polen. Natürlich treffen auch wir uns zum Fußball schauen in einer der Harsewinkler Kneipen ein. Hier wird dank des guten Wetters draußen geschaut.Simon ist allergietechnisch und zusätzlich erkältet zwar stark angeschlagen, macht den Spaß aber trotzdem mit.

Thesa, Niklas, Christin, Anna, Simon und versteckt Vitali
Niklas macht irgendwann lieber Quatsch
Deutschland gewinnt 2:0, mein Dilemma (halte ich nur zu Deutschland oder auch zu Polen - natürlich halte ich zu Deutschland) ist beendet.

Sonntag, 11.05.2008: Besuch aus Deutschland (3)

Wir schlafen lange aus und treffen uns erst mittags wieder. Wir beschließen in den Zoo zu gehen.Nach einer langen Anreise kommen wir schließlich an und schlendern hier durch den parkartigen Zoo...
... und bestaunene hier die Tiere. Besonders angetan sind wir vom Faultier. Besonders Christian kann sich kaum losreißen...
Als wir nicht mehr laufen können, fahren wir zurück in die Stadt und ... essen (das ist irgendwie die Hauptbeschäftigung hier). Ein gemeinsames Gruppenfoto und dann geht es auch eigentlich schon an das Verabschieden.
Ich bringe Steffi zum Bus, und treffe später die anderen auf ein Bier im Hotel. Gott sei Dank können sie schon einen Teil meines Gepäcks mit nach Harsewinkel nehmen, so dass ich dann in vier Wochen weniger zu schleppen habe.

Super Wochenende mit viel Spaß. Vielen Dank hier noch mal.

Freitag, 09.05.2007: Besuch aus Deutschland

Der Wecker klingelt um fünf. Ich fahre zum Busbahnhof, um Steffi abzuholen. Die ist immer noch aufgeregt von der Fahrt und vor allem weil ihr noch in Deutschland am Vortag der Rucksack geklaut wurde. Ich bin froh, dass sie es trotzdem hergeschafft hat und dass sie nicht in Polen beklaut wurde.


Im Wohnheim erst mal noch mal schlafen und dann zusammen frühstücken. Von dort erst mal in die Stadt. Ticket besorgen, die Sonne genießen und schon mal einen ersten Eindruck vermitteln.Nachmittag kommen dann auch Christian, Vitali, Caro und Benjamin ab. Nach einer Raubtierfütterung und dem ersten polnischen Bier sind sie auch wieder ansprechbar. Wir setzen uns in den Park, bald sind uns allerdings die Fliegen zu lästig.

Am Abend geht es in die Stadt. Zunächst wird zu Abend gegessen, dann stoßen wir im Irish Pub noch mal auf Caros Geburtstag an. Stimmung ist gut. Alle zu Späßen aufgelegt.


Da alle von der Anreise und der Sonne erschöpft sind, geht es recht früh zurück zum Hotel bzw. zum Wohnheim.

Sonntag, 04.05.2008: Anna und die Sonne

Schon in den letzten Tagen haben wir mehr und mehr die Sonne genossen. Heute ist es dann ähnlich schön. Wir schlafen lange aus. Na ja eigentlich bleiben wir ewig lang liegen. Zum Brunch gibt es die Grillreste von gestern Abend. Langsam habe ich aber auch erst mal wieder genug vom Grillen.


Gegen Mittag kommen wir los, und fahren nach Bielefeld, wo ein Arbeitskollege von Stefan seinen Abschlussfilm für die Berufsschule dreht. Wir schauen ein wenig zu und ich staune. Es wird Blut gekocht, um einen Unfall nachstellen zu können. Mit Lebensmittelfarbe, Kakao, Wasser und Soßenbinder wird eine Flüssigkeit hergestellt, die man dann im Film für Blut halten kann.


Nach anderthalb Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Eisdiele in Marienfeld, fahren wir zu Heiko, der zum Kaffee eingeladen hat. Auf dem Rückweg nach Harsewinkel schauen wir noch bei mir zu Hause vorbei. Da es in unserem Familienkalender falsch abgedruckt war, sind wir alle davon ausgegangen, dass schon heute Muttertag ist. Also haben wir uns heute zum Kaffee versammelt, und das wird auch nicht mehr verschoben, als wir merken, dass Muttertag eigentlich erst in der nächsten Woche ist. Mama bekommt ihr Buch, Papa nachträglich zum Vatertag einen Gutschein für die Eisdiele. Alle sind zufrieden.


Am Abend drehen Stefan und ich eine Runde mit dem Fahrrad und schauen dann ein wenig fern.

Freitag, 02.05.2008: Anna und Stefan

Stefan hat heute auch Urlaub. Super. Wir sind eigentlich viel unterwegs. Erst in Gütersloh, einige Besorgungen machen, in Stefans Firma, weil er noch Lektüre abholen will und später besorgen wir Grillfleisch. Am Abend drohen wir erst vor dem Sofa zu versacken, als wir dann doch noch auf ein Bier in der Mosquito Lounge aufbrechen. Eigentlich wollten wir hier noch ein paar Freundinnen von Stefan treffen allerdings sind die mit Sekt im Kirchekeller nebenan beschäftigt und schaffen es irgendwie nicht so recht. Auf dem Rückweg schauen wir noch kurz vorbei und sagen Hallo, aber lang bleiben wir nicht.

Donnerstag, 01.05.2008: Anna am ersten Mai


Die jährliche Maitour mit Fahrrad und Alkohol lasse ich in diesem Jahr ausfallen. Anna-Lena, meine Cousine hat heute Kommunion und es wurde zum familiären Kaffetrinken eingeladen. Also wird bei Kuchenbuffet der neuste Tratsch und Klatsch der Familie ausgetauscht.


Am frühen Abend hole ich Stefan ab, der ein wenig mit dem Fahrrad unterwegs war, wir holen einen Salat von zu Hause ab und radeln weiter nach Greffen. Hier grillen wir bei Vitali. Es gibt Schaschlik, Salate, Brot, Grillkäse und viele Geschichten. Bevor es dunkel wird radeln wir wieder zum Hof. Hier sitzt meine Familie anlässlich des Geburtstags meines Bruders beisammen und vertilgt auch Grillfleisch und Salate.


Wir bleiben noch ein wenig, bevor es dann noch mal aufs Fahrrad geht und wir zu Stefan radeln. Das viele Fahrradfahren ist ganz schön ungewohnt.

Mittwoch, 30.04.2008: Anna unterwegs

Mal wieder unterwegs. Es geht nach Hause und ich freue mich schon so unglaublich. Aber zunächst einmal geht es in die Uni. Die erste Vorlesung wird verkürzt, weil der Prof noch woanders hin muss. Monika und ich nutzen die gewonnene Zeit für ein frühes Mittagessen. Die nächste Vorlesung dagegen zieht sich etwas. Von der Uni laufe ich direkt zum Bahnhof. Hier ist es brechend voll. Auch her wird das lange Wochenende viel zum Reisen genutzt. Ich bin froh, dass ich sowohl schon ein Ticket als auch eine Platzreservierung habe. In Deutschland sind die Züge ähnlich voll.


In Bielefeld wartet Stefan schon auf mich. Wir bringen mein Gepäck nach Hause, duschen noch schnell und fahren dann ins Kiekes, für Bier, Salat und eine halbe Pizza.


Satt, glücklich und erschöpft geht es dann zu Stefan.

Sonntag, 30.03.2008: Anna in der Mückenbar

Die Zeit in Harsewinkel ging mal wieder viel zu schnell rum. Schwupps ist schon wieder Sonntag und packen steht auf dem Programm.


Den Vormittag verbringe ich bei Stefan, der mal wieder an seinen Filmen arbeitet, während ich neben ihm lese und mich ihm in jeder Pause an ihn kuschle. Mittags lasse ich mich dann zu Hause absetzen und packe den Rucksack für die Fahrt. Am späten Nachmittag fahren wir dann noch einmal zum Marienfelder Frühlingsfest, und schlendern dort über die Gewerbeausstellung. Allerdings herrscht hier schon Aufbruchstimmung und so halten wir uns nicht allzu lang auf.


Am Abend treffen wir uns dann noch mit Christian, Vitali und Caro in der Mosquito Lounge. Caro erzählt von ihrem Offroad-Wüstentrip in der Sahara. Wir hören uns das Abenteuer gerne an und staunen.

Montag, 24.03.2008: Anna am Ostermontag

Es ist gestern spät geworden. Dementsprechend lange schlafen wir aus. Stefan ist noch so erschöpft, dass er mittags gleich noch einmal auf dem Sofa einschläft. Am Nachmittag lese ich weiter, während er schneidet.


Am Abend machen wir uns auf den Weg nach Gütersloh. In der Weberei ist Burgertag und wir gehen Essen.

Sonntag, 23.03.2008: Anna am Ostersonntag

Wir schlafen lange aus und frühstücken dann gemütlich. Eigentlich schon kurze Zeit später, machen wir uns auf den Weg zu Opa und Oma. Opa hatte am Freitag Geburtstag und hat zum mittaglichen Grillen eingeladen. Die ganze Familie ist da und es wird herrlich herumgeflapst.


Als der Kuchen aufgetischt werden, mache ich mich mit Stefan auf den Weg, um mit seiner Oma Kaffee zu trinken.


Noch schnell eine Stunde schlafen und dann geht es schon weiter nach Hause. Hier haben mein Bruder und mein Vater in den vergangenen Wochen Holz für ein Osterfeuer zusammengefahren. Am Abend des Sonntags wird es angesteckt. Eigentlich ein heidnischer Brauch, um böse Geister des Winters zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen, der allerdings von den Christen übernommen wurde.

Da es in den letzten Tagen viel geregnet und geschneit hat, dauert es etwas länger, bis das Holz wirklich brennt. Freunde und Familie tummeln sich um den Haufen, und da es in dieser Nacht so bitterkalt ist, drängen sich alle so nah um das Feuer, wie noch nie.

Samstag, 22.03.2008: Anna in der Mückenbar

Am Samstag passiert nicht viel. Den Tag über verbringe ich bei Stefan, der sich nicht entscheiden kann, ob er lernen soll oder doch lieber ein neues Projekt schneiden soll. Ich zwinge ihn zum lernen und lese selbst mein Buch weiter.


Am Abend treffe ich mich mit Steffi und Christian in der Mosquito lounge. Es wird erzählt und viel gelacht und wie üblich kommt es auch mal wieder zu der Diskussion, ob Insekten fühlen können. Die Meinungen weichen auseinander.


Nachdem es den ganzen Abend geschneit hat sind die Straßen ein bisschen glatt und wir machen uns auf den vorsichtigen Heimweg.

Freitag, 21.03.2008: Anna am Karfreitag

Der Vorsatz am Karfreitag kein Fleisch zu essen, wird durch meine Mutter zunichte gemacht, die uns alle auffordert, Suppe vom Vortag zu essen, da noch riesige Mengen übrig sind. Den Rest will sie dann einfrieren.


Mit Theresa setzt ich mich am späten Nachmittag zusammen und wir malen traditionell ausgeblasene Eier mit Wasserfarben an. Und wie üblich suchen wir krampfhaft nach Motiven und Mustern, die man auf das Ei malen kann und später auch erkennen kann.

Am Abend begleite ich Stefan zu einem Bandinterview. Die beiden jungen Musikjournalistinnen schlagen sich gut und müssen sich einigen Quatsch von den Jungs anhören. Ich bin schon gespannt, was dabei dann heraus kommt.


Wieder zu Hause geht’s ab aufs Sofa. Wir schauen die letzte Hälfte der fabelhaften Welt der Amelie.

Donnerstag, 20.03.2008: Anna fährt heim

Nach dem Polnischkurs geht es schnell zum Wohnheim zurück, und von dort dann auch schon schnell weiter zum Bahnhof. Heimreise ist angesagt. Im Zug von Poznan nach Berlin treffe ich auf nette Mitreisende, es wird Babylonisch gesprochen: ein Mix aus Deutsch, Englisch, Polnisch und Koreanisch.

Umsteigen in Berlin und weiter mit dem ICE nach Bielefeld. Der Zug ist wegen der kommenden Feiertage brechend voll und ich bin froh um meine Reservierung. Am Bahnhof in Bielefeld wartet Stefan schon auf mich. Rucksack in den Kofferraum geworfen, schnell gedrückt und die letzte Etappe nach Hause beginnt.

Auf dem elterlichen Hof angekommen, platzen wir mitten in ein Fest. Papas neue Halle wird gerichtet, sämtliche Nachbarn, Familie und bekannte haben sich eingefunden, um mitzufeiern. 60 Leute tummeln sich im Haus. Ich bin etwas überfordert, aber schließlich nach dem ersten Bier und einer warmen Suppe, komme ich endlich richtig an. Meine Eltern sind allerdings so sehr mit Gastgeben beschäftigt, dass ich kaum Gelegenheit habe, mich mit ihnen zu unterhalten.

Am späten Abend geht es dann weiter zu Stefan. Ich bin todmüde...

Samstag, 10.02.2008: Anna im Wald

Das Wetter ist riesig. Stefan will gerne ein paar Naturaufnahmen machen. Er hat noch die Kameraausrüstung über das Wochenende da und möchte die Gelegenheit nutzen, ein wenig zu üben.


Ich habe Lust auf draußen und suche nach einer Gelegenheit, mich ums Lernen zu drücken, also begleite ich ihn. Wir suchen zunächst nach Motiven. Das ist allerdings in einer Winterlandschaft etwas ernüchternd – trotz guten Wetters. In einem Naturschutzgebiet findet der Junge aber Baumstämme mit Moos, die ihm gefallen. Also schleppen wir die Ausrüstung in den Wald und filmen Moos.


Am Abend haben wir noch nicht genug von Naturaufnahmen und schauen uns im Kino den Film „unsere Erde“ an, der mir gut gefällt. Die Bilder sind noch mal eine Nummer spektakulärer als das Moos im Wald.

Sonntag, 03.02.2008: Anna unter Jecken (2)

Am Sonntag steht der Karnevalsumzug in Harsewinkel an. Hier die Bilder...

Fußgruppe zum Thema Doping während der Olympiade 2008.
Bonbonhagel von der Zugleitung. Ich gehe lieber in Deckung...
Zum ersten Mal mit dabei: Stelzenläufer mit irren Kostümen. Hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder.
Anna mit Junge, der Karneval gar nicht so schlimm findet, wie er überrascht feststellt.
Mal wieder Schwester Maren, verkleidet als Lottofee im Zug. Eigentlich schwer konzentriert auf ihre Choreographie...

Samstag 02.02.2008: Anna unter Jecken (1)

Karneval in Harsewinkel ist ja so eine Sache: entweder man liebt oder man hasst es. Ich entscheide mich in jedem Jahr neu. Durch Antibiotika alkoholtechnisch außer Gefecht gesetzt, weiß ich am Anfang des Abends noch nicht, ob der Abend ein Erfolg oder ein Desaster wird.


Wir treffen uns zunächst bei Caro zum Vorglühen in kleiner Runde. Caro ist auch irgendwie gesundheitlich amngeschlagen und hat sich als „die mit dem roten Halsband“ verkleidet, nach einem Lied, das gänzlich an mir vorübergegangen ist. Sie sieht krass aus, will aber nicht fotografiert werden. Vitali und Christian kommen unverkleidet, Vital aus Prinzip, Christian eigentlich auch, aber auch, weil er nicht auf die eigentliche Party kommt.


Von Caros Wohnung brechen wir dann auf Richtung Innenstadt. Wir wollen in diesem Jahr mal ein anderes Zelt ausprobieren. Hier ist es weniger voll und das Publikum ist älter. Mir gefällt es eigentlich ganz gut. Irgendwann kommt Stefan auch an. Außerdem treffen wir noch eine wilde Piratenbraut, hinter der sich meine Schwester verbirgt. Mit angeklebten Wimpern und gezückten Plastiksäbel stürmt sie die Tanzfläche. Was für ein Spaß!


Schwester mit ihrem Freund im Karnevalsrausch!
Karneval mit Junge - öh der ist ja gar nicht verkleidet...
Vitali auch nicht!

Wieder zu Hause finde ich noch das Kostüm meiner kleinen Schwester und probiere mich als Zebra.

Samstag, 26.01.2007: Anna fährt heim

Wieder einmal sitze ich im Zug. Mein neues Hobby spöttele ich, als Stefan mich darauf anspricht. Diesmal allerdings nur sechs Stunden und es geht Richtung Heimat. Zwei Wochen habe ich Semesterferien, in denen ich so einiges zu erledigen habe.


Am Nachmittag komme ich in Bielefeld an. Stefan wartet schon auf mich. Dann geht es schnell nach Hause. Dort treffe ich dann auf meine Familie, es wird etwas erzählt, ich packe aus, esse, dusche, dann schauen wir das Handball Halbfinale Deutschland – Dänemark, das Deutschland knapp verliert. Am Abend fahre ich dann mit Stefan nach Gütersloh. In der Weberei spielt heute Pohlmann, und nach der eher anstrengenden letzten Zeit, freue ich mich auf einen entspannten Abend.


Wirklich angetan sind wir beide aber dann aber eher von der „Vorband“: Ben Hamilton sitzt mit seiner Gitarre allein auf der Bühne und begeistert das Publikum. Pohlmann selbst spielt danach lange und kommt aus meiner Sicht nicht richtig in den Quark. Aber das macht nichts. Wir hören einfach noch ein wenig zu und als wir um halb zwölf müde werden, fahren wir. Seinen Hit „wenn jetzt Sommer wär“ hat er schon vor einer Stunde gespielt. Außerdem hat er zahlreiche Anekdoten aus seinem Maurersleben erzählt, angespornt durch Freunde und ehemalige Kollegen, die im Publikum anwesend sind.

Sonntag, 06.01.2008: Anna ist wieder in Poznan

In den Tagen, zu denen hier nichts steht, ist auch nichts weltbewegendes passiert. Die meiste Zeit verbrachte ich mit Stefan, wenn es seine Erkältung zuließ, mit dem Resultat, dass ich mich jetzt selbst wieder ein bisschen angeschlagener fühle. Außerdem haben wir die Harsewinkler Kneipenszene (Mückenbar) unsicher gemacht, waren griechisch essen und noch viele Kleinigkeiten mehr. Außerdem stand alles schon im Zeichen des Verabschiedens, wenn auch diesmal nur für ein paar Wochen.


Heute ging es dann zurück nach Poznan. Schon in Deutschland baute sich der ICE eine saubere Verspätung von 40 Minuten auf. Zum Glück hat der Anschlusszug gewartet, so dass ich doch direkt nach Poznan kommen konnte. Das Abteil habe ich mir heute nur mit jungen Polen unter 25 geteilt, was sehr angenehm war.


Je weiter ich nach Osten kam, desto weißer wurde die Landschaft. In Poznan selbst wartete eine Schneedecke von knapp zehn Zentimetern und dazu ein Schneegestöber auf mich. Während einige der Studenten sich vor dem Wohnheim zu einer Schneeballschlacht trafen, packte ich meinen Rucksack aus, und kam langsam wieder an.