Donnerstag, 29.11.2007: Anna mit Stefan

Wir lassen den Mittwoch Abend gemütlich ausklingen. Da es uns im Zimmer zu langweilig wird – und das Lila auf Dauer erdrückend ist - gehen wir noch einmal raus. Schon am Nachmittag hat Stefan einen Pub gesichtet, an dessen Tür ein Plakat angeschlagen ist. Mit etwas Mühe entziffere ich, dass hier heute Abend ein Blueskonzert (Junge: „Jippie“) stattfinden soll. Da landen wir dann auch. Mit ein paar weiteren Gestalten. Der Junge ist seelig. Nur wollen sie leider sein Lied nicht spielen (das obligatorische „Sweet home Alabama“ - weiß ich auch nicht, wann er sich diesen Tick eingefangen hat).


Donnerstag früh dann ausschlafen und frühstücken. Dann fahren wir erst einmal ins Wohnheim. Natürlich habe ich ein paar wichtige Sachen vergessen. Dort treffen wir Ludmila und Daniel und schwups geht es weiter auf große Sightseeing-Tour: zur Kathedrale, zum Marktplatz (passend zu den Ziegen, die sich um zwölf die Köpfe einrennen – gähn), die Stadtkirche, der Palast der Gorki-Familie, Spagetti essen, an der Oper vorbei zur Uni, in den 16. Stock, Poznan von oben anschauen und auf eine heiße Schokolade und einen Milchshake ins Pfatsie Radio und zurück zum Hostel. Der Junge staunt und erkennt sogar Sachen wieder, die auf Fotos im Blog zu sehen waren. Anstatt die Ziegen fotografiert er lieber Anna. Ausschlafen.


Der letzte Programmpunkt des Tages heißt jetzt Uni. Aber mal angenehm: wir besuchen ein Konzert für den Kurs über polnische Kultur. Der Junge bekommt auch etwas von unserer Bildungsveranstaltung ab, denn wenn er für irgendwas zu haben ist, dann für Kultur. He he.
























Laune: Sweet Home Alabama

Schokoladenbedarf: durch Trink-Schokoladen-Pudding gedeckt

Mittwoch, 28.11.2007: Anna im Hostel

Die Red Ball Party ist ein totales Mistmotto: Alle tragen rote Shirts und sehen aus wie BWL-Klone. Aber mit dem richtigen Alkoholpegel und dem langsamen Eintreffen der gesamten Gruppe, wird der Abend immer lustiger. Der Renner ist ein Portugal-Schal, der zur Limbostange umfunktioniert wird und deren Träger irgendwie immer automatisch angetanzt wird. Um drei sind wir zu Hause. Ich mache mit Cem noch Frühstück (da wir zur Haltestelle rennen mussten, um die Bahn noch zu kriegen, blieb der übliche Döner auf der Strecke) und falle ins Bett. Die letzten Nächte war ich so unruhig, dass ich kaum geschlafen habe.


Um acht bin ich dann schon wieder auf den Beinen, Sachen packen, einkaufen, viel Wasser trinken.


Wir treffen uns zunächst zu einer Projektbesprechung in der Cafeteria, warten auf die Vorlesung, warten auf das Ende der Vorlesung. Dann stürme ich zum Bahnhof. Mit einem fast perfekten Timing kommt mir Stefan schon entgegen.


Das Wochenticket für die Tram ist schnell besorgt und wir machen uns auf dem Weg zum Hostel. Das ist nicht sehr gut ausgeschildert und ohne die Hausnummer hätten wir es nicht gefunden. Wir irren noch ein wenig im Haus herum, aber dann läuft alles gut. Das Zimmer ist klein und sehr lila. Ein Doppelbett, eine Kleiderstange eine Lampe und ein Stuhl quetschen sich zwischen die lila Wände. „Ich will an der Wand schlafen“ sage ich schnell, um die Verhältnisse zu klären. „Da ist auf beiden Seiten Wand“ kontert Stefan. Ich muss lachen.


Wir schlafen direkt hinter der Rezeption, dass heißt wir hören jedes Türklingeln, als säße man zu Hause im Wohnzimmer. Die Frage „Gehst du mal?“ oder „Ist für dich“ oder „Ich mach auf“ entwickelt sich sehr schnell zum RunningGag.


Dann ist so was wie Bescherung. Meine Mama hat es mir überlassen, wann ich die Geburtstagsgeschenke, die sie Stefan mitgegeben hat, auspacken darf. Natürlich sofort. Mir glänzt eine knallrote, super dünne Digitalkamera entgegen. Super, die gefällt mir auf Anhieb. Außerdem bringt Stefan Lebkuchen und Schokoplätzchen von seiner Mutter mit. Ich sitze auf dem Bett in einem Geschenkeberg, neben mir strahlt Stefan mit mir um die Wette. So muss das sein.


Wir gehen essen und schlendern dann durch die abendliche Stadt zurück zum Hostel und machen es und gemütlich.


Laune: super

Schokoladenbedarf. Nie dziekuje!

Dienstag, 27.11.2007: Anna beim Tankstellenumbau

In der Vorlesung „Marketing und Management von Dienstleistungen“ bekommen wir heute eine seltsame Aufgabe: Wir sollen eine Tankstelle so ausstatten, dass Tanken zu einem Erlebnis wird. Die meisten Leute tanken nicht gerne: es stinkt, man bekommt dreckige Hände, man muss sehr viel bezahlen. Also was kann verändern, dass Tanken zu einem Erlebnis wird? Das Budget? So viel wir nur brauchen. Das heißt, unbegrenzte Möglichkeiten und eine Einladung zum Rumspinnen.


Wir haben gleich mehrere Einfälle: Wir denken uns Wellnesskabinen mit Solarium und Massagerollen aus, in die man sich begeben kann, während das Auto betankt wird, Laufbänder und andere Fitnessgeräte, damit man sich bei längeren Fahrten austoben kann, Schuhgeschäfte für Frauen, 360° Panorama von Fußballstadien, in denen man sich bejubeln lassen kann, All-You-can-eat-Buffets entlang der Schlange vor der Kasse, Würfelspiele und Wetten um Preise oder Extra-Waschgänge und schließlich sogar einen Dating-Service, den ich mir immer noch nicht vorstellen kann.


Diese Aufgabe beruht auf einer Lösung einer Tankstellen-Gruppe in Südafrika. Die haben nämlich etwas eingerichtet, dass Tanken zu einem Erlebnis macht. Nach dem Tanken und Bezahlen darf der Kunde – bei grünem Ampellicht – eine Hundert-Meter-Strecke so schnell fahren, wie er nur kann. Die Zeit wird gestoppt und über eine Anzeigetafel mitgeteilt. Sozusagen eine Rennstrecke für Jedermann. Und siehe da das Konzept funktionierte. Die Leute – vor allem Männer – kamen öfter zu diesen Tankstellen, um sich im Schnellfahren zu beweisen.


Die Tankstellenkette heißt Sasol. Leider konnte ich diese Strategie im Internet noch nicht nachlesen. Wie viel also wirklich wahr ist, kann ich euch nicht sagen. Amüsant war es auf jeden Fall.


Am Abend geht es auf die Red Ball Party – die Dankeschön-Feier für die Mithilfe beim Erasmustag. Wir haben freien Eintritt müssen allerdings etwas Rotes tragen, was einigen meiner Kommilitonen erhebliches Kopfzerbrechen bereitet.


Laune: ich sehe rot

Schokoladenbedarf: viel zu hoch

Montag, 26.11.2007: Anna im Schnee

Es schneit, es schneit. Irgendwie sind alle aus dem Häuschen. Ich auch. Eigentlich ist das gar nicht so viel Schnee und auf den Straßen ist er auch schnell wieder matschig und schmilzt schnell, aber dennoch macht es Spaß. Besonders lustig sind Julian-Diego (Spanien) und Olivia (London), die sich freuen wie Kleinkinder und mit großen Augen durch den Schnee stapfen, Brito (Portugal), der sich so dick einpackt, dass er aussieht wie auf einer Polarexpedition und Kevin (Südfrankreich), der auf Turnschuhen durch die Straßen schlittert.


Businessplan läuft auch immer besser. Das Ding wächst zunehmend und langsam habe ich das Gefühl, es läuft. Was nicht heißt, dass die Arbeit damit schon getan wäre.


Schnee-Bilder des Tages












































































































Laune: freudig strahlend

Schokoladenbedarf: exzessiv

Sonntag, 25.11.2007: Anna mit Businessplan

Am Freitag Abend gehen wir mit Aga, unserer Tutorin aus. Sie hat ihre Prüfungen hinter sich gebracht und hat deshalb einen Grund zum Feiern. Wir treffen sie, ihren Freund aus Augsburg und zwei ihrer Freunde aus Torun auf dem alten Markt und suchen uns dann eine Kneipe. Wir landen im Kultowa. Es sieht erst ein wenig kühl aus, aber der Laden hat ein Kellergewölbe, in dem es herrlich gewölbt ist. Es wird Rockmusik gespielt, zu 50% polnische, die wir nicht kennen. Aber Agas Freunde Maliwa und Tomek erklären uns begeistert die Bandverhältnisse in Polen und geben, wenn sie können, kurze Textzusammenfassungen.


Es wird recht viel Deutsch gesprochen, einiges Englisch und ein paar Brocken Polnisch. Ein netter Abend, den wir bei einem Döner im Istanbul-Imbiss ausklingen lassen. In der Tram unterhält ein strunzbetrunkener Penner mit einer Beule auf der Stirn, einem blutüberströmten Gesicht und einer Tasse Wodka in der Hand gröhlend die Menge. Mir ist nicht ganz wohl, aber Gott sei Dank ist die Tram so voll, dass er nicht näher kommen kann.


Der Sonntag ist dann mal wieder dem Businessplan vorbehalten. So ein Schrott. Merke dir: im nächsten Semester kein Kurs bei Professor Sliwinski wählen, wenn du ein bisschen was vom Wochenende haben möchtest. Unser Dokument wächst zwar stetig, die Liste der Fragezeichen aber auch. Irgendwann habe ich genug und spaziere trotz Regens durch den Park, bis es zu dunkel wird.


Laune: jaaa!

Schokoladenbedarf: Schokowas?

Samstag, 24.11.2007: Anna schläft

Am Freitag Abend und in der Nacht feiern wir den Geburtstag von Paulo, dem Franzosen. Zunächst finden wir uns in der Küche im ersten Stock ein. Christophe baut seinen Laptop und sein Boxengebilde auf, mit dem er sonst Ludmila und mich während der Nächte malträtiert. Es wird viel getrunken und über mehr oder weniger sinnvolle und wichtige Dinge diskutiert.


Um zwölf pilgern wir zum Treppenhaus und bringen Paulo ein Ständchen: Pierre hat ein Lied über Paulo gedichtet und wir schmettern begeistert den Refrain mit (lalala Paulo, Paulo!). Es ist riesig und macht schon beim Singen eine Gänsehaut. Paulo selbst ist ziemlich sprachlos. Francois und einige andere haben eine Collage mit Fotos und den Glückwünschen der meisten Erasmusstudenten gebastelt. Kurz darauf entsteht dann emsige Aufbruchstimmung. Wir nehmen die 00:37h-Tram in die Stadt – unser Ziel ist das Post Dalis. Das ist ein Club im 10. Stock eines Hochhauses in der Stadtmitte. Die Aussicht auf das nächtliche Poznan ist grandios.


Dieses Mal habe ich auch jede Menge Spaß. Die Leute sind hier nicht so anstrengend, wie im Tuba-Club und irgendwie fällt mir auch die Musik nicht so negativ auf. Eigentlich tanzen wir die ganze Zeit, wenn wir uns nicht gerade auf weißen Ledersofas fläzen.


Wir kommen erst spät heim: es fahren schon die regulären Straßenbahnen. Um halb sechs falle ich ins Bett.


Den Tag verbringe ich mit schlafen, essen und telefonieren und Filmschauen.


Abends geht es dann noch einmal raus, um unsere Tutorin Aga zu treffen.


Laune: schläfrig zufrieden

Schokoladenbedarf: eher Appetit auf herzhaft

Freitag, 23.11.2007: Anna und der Erasmus-Tag

Heute ist der große Erasmus-Tag. Wir sollen hier unsere Universitäten vorstellen und polnischen Studenten, die im Ausland studieren wollen, Rede und Antwort stehen.


Wir haben Recht viel Aufwand für unseren Infostand über Deutschland betrieben: Sprachkurse zusammengestellt, Infos über alle vertretene Unis zusammengetragen, Filme gezeigt, ein Quiz entwickelt und T-Shirts mit den Uninamen drucken lassen.


Letztendlich wird das Angebot von den polnischen Studenten aber kaum wahrgenommen, denn am Freitag sind ab Mittag normalerweise keine Kurse mehr und der größte Teil der Studenten ist schon nach Hause gefahren. So wird es mehr zu einer kleinen Party für uns und wir könne uns gegenseitig zeigen, aus welchem Land und von welchen Unis wir kommen: da wird sich konzentriert über Karten gebeugt, Fotos gezeigt und viel erklärt.


Zwischendurch präsentieren Franzi, Christin und ich unser Jägermeister-Zeugs vor einer fast leeren Klasse (schließlich sind die meisten auf dem Erasmus-Tag), aber das macht mir persönlich recht wenig aus. Das macht es noch mal eine Ecke entspannter. Im Großen und Ganzem läuft es sehr gut. Nur unser Layout sieht über den Beamer plötzlich grün und nicht mehr orange aus.


Zurück bei den anderen, schlagen wir uns noch eine Stunde zwischen den Ständen herum. Dann bauen wir etwas früher als geplant ab. Eine polnische Volkslieder- und -tanzgruppe versucht uns für polnische Folklore zu begeistern. Mein persönliches Highlight ist dabei ein pelziger Dudelsack, der aussieht wie ein Schaf, das gerade aufgeblasen wird. Danach wird ein riesiges Dankeschön-Buffett mit Braten, Huhn, Lachs, Opasta, Gemüse, Salat, Keksen, Obst, Saft, Tee und Kaffee aufgetischt. Wow, lecker – und was für ein Aufwand.


Es geht nach Hause. Aufgrund der Straßenbahnen brauchen wir nahezu eine Stunde.



German-Infoteam und Magrico (find the dismatching one):
(hinten) Matthias, Robert, Thomas, Agnes, Thomas
(vorne) Cem, Ludmila, Franzi, Christin, Anna, Daniel


unten: Infostand der Franzosen (hier informieren sich gerade nur Erasmusstudenten. Polnische Studenten waren heute eine Rarität.

















Heute Abend feiern wir Paulos Geburtstag. Erst im Wohnheim, dann wohl irgendwo außerhalb. Mal sehen, was der Abend so bringt.


Laune: gut

Schokoladenbedarf: ziemlich gering

Donnerstag, 22.11.2007: Anna in der Oper

Wir sind tagsüber mit dem Feinschliff für die Präsentation und das Handout für unsere Präsentation über Sales Promotion von Jägermeister beschäftigt. Das dauert.


Zwischendurch verschwende ich einige Zeit damit, meinen Koordinationprofessor aufzusuchen. Ich habe schon seit Wochen nichts davon gehört, ob meine Papiere für das Dopppeldiplom bearbeitet wurden und auch auf meine E-mail gab es keine Antwort. Letztendlich erklärt mir der gute Mann, dass schon seit drei Wochen alles ok ist. Dafür habe ich eine gute Stunde wartend vor seinem Büro gewartet. In Deutschland hätte man mir das per Mail mitgeteilt.


Insgesamt droht mir der Krempel über den Kopf zu wachsen und ich bin ziemlich froh, dass ich mich entschlossen habe, einer Gruppe anzuschließen, die am Abend in die Oper gehen möchte. Wir schauen uns Otello von Giuseppe Verdi an. Alle schmeißen sich in Schale und es nett.


Die Musik sagt mir recht wenig (erkenne eigentlich nichts wieder), aber das Bühnenbild und die Kostüme sind extrem aufwendig. Die Sopranistin hat eine tolle Stimme und der Rest der Sänger versucht sich zwischendurch im Schauspielern. Die Stücke werden auf italienisch gesungen. Über der Bühne ist ein LCD-Display angebracht, über den polnische Übersetzungen eingespielt werden. Oper mit Untertitel sozusagen... Das hilft mir allerdings sehr wenig und ich bin froh, dass ich mir vorher die Handlung im Internet nachgelesen habe.


Ich bin recht früh wieder im Wohnheim, weil ich furchtbar müde bin (einige andere gehen noch weiter in einen Pub) und schlafe auch direkt ein.


von oben nach unten:

ich mit Cem (Hannover) und Agnes (Berlin)

Szene aus Otello

aufmerksame Zuschauer















































Laune: semi

Schokoladenbedarf: ebenso

Mittwoch, 21.11.2007: Anna und Fertiggerichte

ISME (Internationalization of small and medium enterprises) und der Businessplan stehen wieder mal auf dem Plan. Das kostet mich wieder fast den ganzen Tag. Ablenkung finde ich eigentlich nur beim Putzen des Bades und im Supermarkt.


Zum Mittag lege ich mich mit einem Instant-Indisch-Gericht an. Ich verdosiere mich aber mit der Gewürzpaste mit dem Resultat, dass ich die Nudeln nur mit Tränen in den Augen und brennender Kehle essen kann. Sehr zur Freude Ludmilas, die das Ganze amüsiert betrachtet. Schließlich kühle ich meinen gebeutelten Mund mit Joghurt und alles wird gut.


Am späten Nachmittag telefoniere ich mit Theresa. Eigentlich wollte ich meine Mutter sprechen, aber die ist bei ihrem EDV-Kurs („was fürn EDV-Kurs?““keine Ahnung aber sie ist erst um sechs wieder da.“). Also quatsche ich eine halbe Stunde mit meiner kleinen coolen Schwester.


Dann geht es wieder an die Arbeit. Irgendwann gegen 20:00h habe ich keine Lust mehr und wende mich meinem Buch zu.


Laune: produktiv und gutgelaunt

Schokoladenbedarf: ungebrochen

Dienstag, 20.11.2007: Anna lernt etwas über polnische Fußballclubs

Ich habe mal wieder viel Uni, aber dennoch habe ich eine recht lange Mittagspause, in der ich erst schaffe mit Suvi mal wieder Pasta zu essen und dann sogar Noch im Wohnheim eine Stunde zu schlafen.


In der nächsten Vorlesungen erklärt uns unser Dozent, wie wichtig relationship-marketing ist, indem er uns über die Geschichte des Posener Fußballclubs „Lech Poznan“ aufklärt:

In Zeiten des Kommunismus ging es dem Verein immer gut, die Zuschauer wurden direkt von der Fabrik ins Stadion gefahren (ein moderne Version des römischen Prinzips „Brot und Spiele“), Zivilpolizisten des polnischen Geheimdienstes waren anwesend, weshalb sich keiner traute öffentlich als Hooligan aufzutreten und Schwierigkeiten zu machen.


Dann kam die böse Marktwirtschaft und brachte Geldprobleme. Zuschauer bleiben aus, das Management war unfähig und die Polizei legte keinen Wert mehr darauf, bei den Spielen für Ordnung zu sorgen. Es kam zu extremen Ausschreitungen, die sogar in brennenden Polizeiautos gipfelten. Das Stadion wurde wiederholt geschlossen und Lech Poznan stieg ab.



Dann die Wende: Zwei der Hooligans besuchten die Poznan University of Economics (also da wo ich mich auch rumtreibe), lernen etwas über erfolgreiches Management Wirtschaft und übernahmen die Führung des Clubs. Und siehe da, sie konnten Ruhe einkehren lassen, in dem sie die größten und bösesten Hooligans zu Platzwächtern und Sicherheitsleuten machten und mit der Methode „lasst uns alle an den Händen nehmen und darüber sprechen“ gut ankamen. Die (jetzt wohl ehemaligen) Randalierer fühlten sich verantwortlich für ihren Club und halfen ihm auf die Beine – um des Fußballs Willen. Das Posener Stadion wurde eines der Sichersten und wegen der guten Atmosphäre und der tollen Stimmung kamen auch bald die normalen Zuschauer und sogar Familien wieder. Heute spielt man wieder ganz oben und ist der beliebteste Club mit den meisten Anhängern in Polen.


Ende gut, alles gut. Was für eine Geschichte.


Merkt euch: Die Beziehung zu euren Kunden kann euch helfen, ein Unternehmen wieder auf Vordermann zubringen. Deshalb pflegt sie gut. Einen Neukunden anzuwerben ist acht Mal teurer als einen Kunden zu halten – Ende der Vorlesung.


Die Bilder habe ich übrigens nicht selbst gemacht. So richtig sympatisch ist mir der Club nicht. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Oder so.


Laune: selig

Schokoladenbedarf: Och ja!

Montag, 19.11.2007: Anna und die Koch-connection

Wieder mal ein Tag mit wenig Handlung:

Zunächst stehe ich früh auf, da die Zeiten zum Austausch der Bettwäsche dieses Mal sehr ungünstig für mich liegen (will heißen ich habe keine Alternative, da ich morgen wieder mal zu den Zeiten in der Uni sein muss). Diesmal ergattere ich Bettwäsche mit vielen kleinen lila Rosen. Wie auch schon in den vergangenen Monaten ist das Bettlaken zu kurz. Ich weiß auch nicht, warum in Polen gerade an Bettlaken spart.


Letzter Feinschliff für die Präsentation. Auf zur Uni. Nach der Marketing-Vorlesung habe ich Zeit zum Wohnheim zu fahren und in den Supermarkt zu springen. Dann wieder zurück zur Uni.


Die Präsentation läuft gut, auch wenn ich mich diesmal nicht sicher im Thema fühle. Der Professor lobt uns aber, wie alle Gruppen.


Gleich geht es auf zur Kochgruppe in den ersten Stock. Franzi ist heute an der Reihe. Sie hat Nudeln mit Spinatsauce angekündigt. Ich freue mich schon. Die Koch-connection ist immer ein netter Abschluss des Montags.


Laune: langsam hungrig, aber gut

Schokoladenbedarf: muss mich zusammenreißen

Sonntag, 18.11.2007: Anna am Sonntag

Ich stehe spät auf, bin nicht wirklich ausgeschlafen. Ich bastle ein wenig an meinen Präsentationen für die Woche, schlafe dann ein wenig. Ich telefoniere mit Stefan und meiner Familie. Am frühen Abend laufe ich durchs Wohnheim und besuche Franzi und Chrissi und Beate und Lydia. Später kommen Magrico und Vasyl vorbei. Wir sprechen uns wegen der Präsentation morgen ab. Ich bastle noch ein bisschen weiter und mache jetzt Feierabend und schau noch einen Film. Ein Sonntag, der sich wohl nicht in das Gedächtnis einprägen wird.


Laune: von Stunde zu Stunde besser

Schokoladensubstitut: Pfefferküsse. Mhhh, die schmecken schon 5 Wochen vor Weihnachten

Samstag, 17.11.2007: Anna in Wroclaw/Breslau

Es ist Wochenende und es steht mal wieder ein Ausflug auf dem Plan: diesmal geht es nach Wroclaw (vielleicht euch besser bekannt unter dem Namen Breslau). Wir sind einen riesige Gruppe (geschätzte 25 Studenten) und diesmal sind auch ein paar neue Gesichter darunter, da sich einige der Erasmusstudenten der anderen Universitäten angeschlossen haben.


Den im Internet angekündigte Schnee sehen wir nicht, und die Temperaturen lassen es auch zu, sich lange draußen aufzuhalten, aber es ist ziemlich nebelig.



Mir macht der Ausflug wenig Spaß. Zum Einen haben im letzten Jahr einen privaten Trip nach Wroclaw organisiert, der super war. Meine Erwartungshaltung ist also sehr hoch. Die Gruppe ist zu groß für eine Besichtigung ohne Stadtführung. Man verbringt sehr viel Zeit mit warten, da wir nur einen Tag in Wroclaw sind, ist der Zeitdruck eigentlich ziemlich hoch. Viele Dinge können wir einfach nicht besichtigen. Ich teile nicht immer die Prioritäten der Organisatoren: bei einem 6-Stunden-Aufenthalt, ist das örtliche Shopping-Center überflüssig. Dauernd kommen Leute zu spät, Entscheidungsfindungen dauern ewig. Willkommen im Erasmus-Programm, wo warten deine Haupttätigkeit wird, nicht feiern, wie so häufig behauptet wird.


In einer kleinen Gruppe nehmen wir einen frühen Zug zurück, da im Wohnheim Lydia auf uns wartet: sie will mit uns in ihren Geburtstag feiern. Wir sitzen erst ein wenig bei Bier, Wodka und Kuchen in ihrem Zimmer. Dann geht es weiter in den Tuba-Club (von dem habe ich auch schon mal erzählt).


Mein eh schon vorbelastetes Bild bestätigt sich wieder. Die Musik ist schlecht tanzbar (eine Ebene mit zu langsamen, langweiligen R&B und Black-Musik, eine weitere Ebene mit Techno und einem selbstverliebten DJ, der dauernd alles kommentieren muss). Die Leute sind ätzend. Aufgeblasene Typen, die den Macker raushängen lassen und der üblichen Fleischbeschau frönen (Damit sei dann auch schon alles über die Mädels gesagt). Als wir uns dann noch mit einigen Typen anlegen müssen, da wir ihr (angeblich reserviertes) Sofa belegen, ist der Abend für mich eigentlich gelaufen. Brito versucht mich aufzuheitern, indem er mir mit Zeigefingern in den Magen und die Seite piekst (das ist wirklich das Beste, was er machen konnte). Ich muss mich zusammenreißen nicht auszurasten. Was für ein Spaß.


Ich bin froh, dass auch Thomas nach Hause will und schließe mich ihm so schnell wie möglich an. Wir nehmen ein Taxi zum Wohnheim, da die Nachttram nicht fährt. Um halb sechs falle ich ins Bett.


Was für ein verschwendeter Tag. Mit dem Clubben bin ich durch.


Laune: ungeduldig und übel

Schokoladenbedarf: geht so

Freitag, 16.11.2007: Anna im Museum

Polnisch um acht: heute wird getestet. In einer halben Stunde müssen wir beweisen, dass wir bisher gut aufgepasst haben. Es läuft ok, auch wenn ich schon jetzt von ein paar kleinen Fehlern weiß.


Dann geht unsere Frühstücksconnection in unser Stammcafé, auf eine heiße Schokolade, Kaffee oder Joghurtshake. Danach ist irgendwie Zeittotschlagen das Programm. Um eins treffen wir uns am Museum, bis dahin sind es noch zwei Stunden, in denen es sich nicht wirklich lohnt, noch mal zurück zum Wohnheim zu fahren. Wir gehen noch einmal zum polnischen Markt (mein erster Eindruck: siehe hier). Die Mädels steuern sehr direkt einen Unterwäschestand an, den sie schon in der letzten Woche ausfindig gemacht haben. Da wollten sie in Begleitung eines seltsamen Kommilitonen nichts einkaufen („Der hat uns so seltsam interessiert über die Schulter geschaut“). Das holen sie heute nach.


Danach essen wir Zapiekanka, eine Art riesiges überbackenenes Baguette, das man mit viel Ketchup oder Mayonnaise serviert wird. Ich schaffe es heute nicht. Es ist mindestens einen halben Meter lang und schmeckt mir heute nicht richtig.


Zapiekanka, wie es aussehen kann




Dann eilen wir zum Museum. Heute findet hier unser Kurs zur Geschichte und Kultur Polens statt. Als erstes bekommen wir alle ein Kissen. Das lädt natürlich zu Kissenschlachten und anderen Kindereien ein. Sebastián stopft es sich unter den Pullover und lässt dich von jedem in den gepolsterten Bauch boxen. Kissen fliegen durch die Gegend, Frisuren werden ruiniert. Die Kissen dienen eigentlich dem Zweck bequemer auf dem Boden zu sitzen und dem Führer aufmerksam lauschen zu können. Der wirkt durch mangelndes Interesse etwas demotiviert. Dass die Lehrer auch witzeln und uns nicht zur Ordnung rufen, macht das Ganze nicht besser. Der Führer wirkt auf mich nicht sehr kompetent. Er übersetzt Sätze falsch, spricht seltsames Englisch und verliert sich in seinen Interpretationen und seltsamen Details. Schade eigentlich. Das wäre der einfachste Weg gewesen etwas über polnische Geschichte zu erklären. Mir gefällt der Teil des Museums mit der modernen Kunst besser, vielleicht auch nur deshalb, weil wir es selbst erkunden dürfen. Auch wenn diese Skulpturen von Phalli aus giftigem Kunststoff mit dem Titel wie „crazy bride“ seltsam anmuten.



Muzeum Narodowe, Schauplatz der heutigen Stunde in polnischer Kultur und Geschichte, bei sommerlichen Wetter. Heute dagegen ist es eisig kalt (-2°C)





Zum Abschluss wirft sich Daniel noch einmal in einen Haufen Kissen, Suvi und ich bewerfen ihn mit unseren Exemplaren und weiter geht es. Wir gehen mit Thomas einkaufen. Wir haben uns zu fünft zusammengetan, weil Lust auf Fisch verspüren. Also kochen wir heute Abend zusammen. Thomas der gelernter Koch ist kauft irgendwie anders ein, als ich es kenne. Irgendwie zielstrebiger. Suvi und ich trotten wie die Idioten hinter ihm her und tragen die Einkaufskörbe. Ich denke es wird lecker und freue mich schon auf pochierten Fisch um sieben.


Laune: gut

Schokoladenbedarf: nicht wirklich hoch

Donnerstag, 15.11.2007: Anna im Halbstress

Ich habe frei, also eigentlich keinen Stress. Ich nutze einen Teil des Tages zum Schlafen und Bummeln. Außerdem übe ich mich mal wieder in der polnischen Konversation. Ich versuche der guten Dame an der Rezeption klar zu machen, dass die einer der Lampen im Bad kaputt ist. Die packt mich aber sofort am Arm und führt mich zur Administration, wo ich mein Problem dann noch mal verkünde. Hier versteht man mich auch mehr oder weniger. Ich allerdings nicht mehr, wie es jetzt weitergehen soll. Die Dame scheint mein verdutztes Gesicht zu bemerken und versucht es mir in gebrochenem Deutsch zu erklären. Mal sehen, was passiert.


Danach versuche ich mich an der Post bei meiner Überweisung. Das klappt auch mittlerweile schon ganz gut.


Der Rest des Tages gehört dann meinem Polnisch-Hefter und dem Laptop. Morgen steht ein Test in Polnisch an und am Montag dann mal wieder eine Präsentation, wobei sich das Thema diesmal (e-procurement, e-tender and e-auctions) als irgendwie sehr schwammig und auf der anderen Seite als sehr umfangreich erweist. Da kommt direkt Freude auf.



kritischer Blick auf den Bildschirm: Was genau soll ich jetzt machen???? Und wo zum Teufel finde ich das?



Laune: hmm, vorhanden

Schokoladenbedarf: der Situation angemessen

Mittwoch, 14.11.2007: Anna kränkelt

Ich habe das Gefühl wieder mal krank zu werden. Das mache ich aber eigentlich nur an meiner Schlafzeit fest. Irgendwie könnte ich im Moment jederzeit schlafen, Hauptsache ich befinde mich in der Waagerechten. Außerdem habe ich eigentlich Dauerkopfschmerzen und mir ist entweder zu warm oder ich friere.


Genug gejammert. Der heutige Tag steht mal wieder ganz im Zeichen des Businessplan für den ISME Kurs. Sonst schaffe ich auch nicht viel mehr. Morgen muss ich dann ein wenig Polnisch wiederholen.


Heute Abend habe ich mir aus einem Mangelgefühl an Vitaminen einen Obstsalat zusammengeschnippelt. Mjam. Danach mit Beate einen kleinen Polnisch-Deutsch-Sprachführer für den Erasmus-Tag ausgedacht und jetzt werde ich nicht mehr viel machen. Vielleicht schlafen, denke ich.


Laune: gähn

Schokoladenbedarf: unbeeindruckt

Dienstag, 13.11.2007: Anna glänzt

Der Tag beginnt mit Anspannung: In der ersten Vorlesung um 08:00h muss ich mit Verena und Suvi eine Präsentation über Bayer und ihr Produkt Aspirin halten. Es klappt super und die Professorin ist sehr angetan. Langsam kriege ich auch meine Nervosität in den Griff, auf Englisch präsentieren stresst mich nicht mehr so sehr. Mittlerweile ist es sogar schon ziemlich normal geworden.


Ich habe zu viel gelernt. Der Test besteht zu 90% aus Kreuzchenfragen oder Wahr-Falsch-Sätzen. Ich habe so was wie einen guten Lauf, verstehe die Sätze der Dozentin und komme schnell zu den – meiner Meinung nach richtigen – Antworten. Nach 15 Minuten bin ich fertig, gehe das ganze noch mal durch, verändere aber nichts mehr. Der Rest des Kurses braucht noch Zeit. Die Dozentin fragt, ob ich fertig sei, und ob sie den Test sofort korrigieren dürfe. Ich stimme zu. Sie kritzelt eine ganze Weile, kommt dann zu mir und flüstert „Very good!“ 19,5 von 20 Punkten. Eine gute Mischung aus das richtige gelernt und Glück im Raten. Eine Viertelstunde später sind auch alle anderen fertig und wir dürfen gehen.

Da ich die letzte Zeit eindeutig zu viel vorm Laptop gesessen habe, verbringe ich den Rest des Tages mit lesen, schlafen, Hörspiel hören, einer weiteren Vorlesung, Filmschauen, noch mal schlafen.

Laune: gut
Schokoladenbedarf: gering

Montag, 12.11.2007: Annas Tag

8:15h Ludmilas Wecker klingelt


8:45h mein Wecker klingelt


9:10h fertig geduscht frühstücken und Tagesschau schauen


9:25h am Laptop meine Paper überprüfen, Mails checken, Mails schreiben, englische Wörter nachschlagen


10:00h zur Rezeption laufen, den Schlüssel für den Waschkeller holen, Wäsche reinstopfen, anstellen, mit der polnischen Putzfrau anlegen. Die hat den Boden vor der Waschmaschine frisch gewischt und grummelt irgendetwas. Ich auch.


10:30h zur Adminstration: ein Zimmer für Stefan reservieren. Wie erwartet birgt das Schwierigkeiten, die sich aber hoffentlich noch alle lösen lassen. Ich versteh eh nichts aber dafür ist ja Beate Gott sei Dank mitgekommen. Aber alle lächeln und sagen dauernd "dorbze" (das heißt gut). Ich sage auch "dobrze" und lächle ein bisschen. Denn viel lächeln hilft viel, wie wir alle wissen.


11:00h auf zum Copyshop meine Hausaufgaben ausdrucken


11:30h zur Uni aufbrechen (um die Wäsche kümmert sich ab nun Ludmila)


12:00h Vorlesung startet: Marketing.


13:40h Aufbrechen in die Stadt, etwas zu Essen suchen, ein bisschen laufen, Shampoo und Tee besorgen (tolle Mischung, aber beides notwendig)


15:00h in der Cafeterie eintreffen, einen Tee trinken, ein wenig EU Funds for Poland wiederholen, mit Christin und Verena ein wenig über das Projekt Businessplan beratschlagen und über den aktuellen Stress jammern


16:00h Vorlesung E-Commerce und E-Business, die heute mal ganz gut und ausgesprochen interessant ist. Es geht um Verschlüsselung von Daten und digitale Signaturen und wie diese funktionieren.


19:10h zum Wohnheim zurückfahren


19:40h die Küche suchen, in der heute gekocht wird. 10 Minuten später finde ich meine Koch- (und vor allem Ess-) Mitstreiter in der Küche links im zweiten Stock.


20:45h Geschnetzeltes mit Kartoffeln mampfen (oh das Wort benutze ich sonst gar nicht)


21:00h Mousse au chocolate genießen (Thomas ist heute Chefkoch und hat es drauf. Mjam. Es lebe der Küchenchef)


21:20h ins Zimmer zurück kehren


21:30h Präsentation für morgen noch mal durchgehen. Ich komme da nie auf 5 Minuten Sprechzeit, dafür kann ich jetzt fast den Wirkstoff für Aspirin auswendig. Auf Englisch: ACETYLSALICYLIC ACID. Klopfe mir auf die Schulter. Das werde ich noch fürs Leben brauchen.


21:50h Blog aktualisieren


22:00h EU Funds lernen und auf einen Anruf spekulieren


Irgendwann in nicht absehbarer Zeit: schlafen und wegträumen!!


Laune: AHHHHHHH!!

Schokoladenbedarf: Ich sage nur „Mousse au chocolate“!

Sonntag, 11.11.2007: Anna und St. Martin

Heute ist polnischer Nationalfeiertag. Den begrüße ich damit, dass ich ein wenig über die Fördermittel der EU an Polen lerne. Grummel.


Mittags treffen wir uns vor dem Wohnheim und machen uns auf den Weg in das Stadtzentrum. Wir nehmen die Tramstation mit der Bäckerei, um uns das traditionelle St. Martinsgebäck zu kaufen. Die Straßenbahn ist zur Feier des Tages mit kleinen polnischen Flaggen geschmückt, wie man sie noch vom letzten Jahr aus Zeiten der WM kennt. Auch an den meisten Häusern sind polnische Flaggen angebracht. Man feiert heute die Unabhängigkeit von Polen, und dass Polen als Staat überhaupt noch existiert (für Geschichtswütige: Polen hatte das Pech zwischen den beiden aggressiven Nationen Russland und Preußen zu liegen, die Polen immer wieder mal von der Landkarte wischten. Österreich mischte sich auch gerne ein, so dass es eigentlich ein Wunder ist, dass die polnische Sprache und Kultur überhaupt überdauern konnte).


In der Stadt angekommen, schieben wir uns zunächst über einen kleinen Markt, der mich an eine Mischung aus Weihnachtsmarkt und Kirmesramsch erinnert. Es ist extrem übervölkert hier und wir lassen uns ein wenig mit der Masse mitschieben. Wir treffen Verena vor dem Schloss und schlendern dann weiter die Straße herunter, um der Martins- Parade entgegen zu laufen. (Sankt Martin ist der Patron der Stadt Poznan, deshalb wird ihm zur Ehre in jedem Jahr ein Umzug (oder Parade) abgehalten). Auf dem Weg sind wir größtenteils damit beschäftigt, unachtsamen Schirmträgern auszuweichen, die einem gerne in die Augen, in die Haare oder in den Nacken stechen. Es schneeregnet die ganze Zeit und ist auch nur zwei Grad warm.


Schaut euch an, was die Polen hier machen“ sagt Franzi und schüttelt den Kopf als sie den ersten Wagen des Umzugs sieht: ein kugelförmiges Gerüst das in orangen Rauch gehüllt ist und eher zu riechen ist als zu sehen. Die Parade ist eine Mischung aus Karneval und Militärparade. Feuerspuckende Stelzenläufer und Pappmaché-Figuren werden gefolgt von Reitern in alten Militäruniformen oder radschiebenden Soldaten mit bedeutungsschwangerem Blick. „Die scheinen geübt zu haben“ murmelt Christin fassungslos.


Wir lassen uns noch ein wenig durch die Menschenmasse schieben, kehren dann aber relativ schnell wieder ins Wohnheim zurück. Es warten noch einige Paper, Projekte und Folien zum EU Fund for Poland. Und vor allen Dingen warme Socken, eine vollaufgedrehte Heizung und eine warme Bettdecke.


Laune: gut

heutiges Schokoladensubstitut: Thunfisch direkt aus der Dose













































































Von oben nach unten:

Franziska, Christin, ich und Suvi mit Schirm

Bäckerstand mit ROGALE MARCIENSKIE (Hörnchen mit Nüssen, Mohn, Marzipan, getrockneten Früchten und Zuckerguss - Kalorien für eine Woche)

Stelzenläufer

"Soldaten" mit Fahrrad

Samstag, 10.11.2007: Anna lernt

Freitag Abend. Wir haben Lust auf einen Tapetenwechsel. Also beschließen wir in den Academic Pub neben der Universität zu gehen. Es schließen sich immer Leute an, zum Schluss sind fast alle in dem Gewölbe des Pubs. Wir schieben Tische zusammen und die Stimmung steigt von Bier zu Bier, von Wodka zu Wodka.


Heute Morgen wache ich dann mit Kopfschmerzen auf. Die Ursache ist aber nicht eindeutig Alkohol, denn meine Kopf hatte noch eine unliebsame Bekanntschaft mit dem Knie von Pierre. Der lief, als Abkürzung zur Theke, über die Tische und bei seinem Abgang traf er dann mit dem Knie meinen Kopf. Heute ist daraus ein schöne Beule entstanden. Und wahrscheinlich auch die Kopfschmerzen.


Den Tag verbringe ich mit lernen. Und telefonieren. Das ist nicht so spannend, deshalb ein paar Bilder von gestern Abend.








































































Auf dem Weg zum Supermarkt, den ich bei strahlendem Sonnenschein beginne, werde ich von einem Schnee-Hagel-Schauer überrascht. Langsam wird es wirklich Winter.


Laune: unbestimmt, vielleicht trifft es gelassen am ehesten

Schokoladenbedarf: minimal, echt!

Freitag, 09.11.2007: Anna im Regen

Es reicht nicht, dass der Polnischkurs schon acht beginnt, nein es regnet auch noch. Obwohl wir den größten Teil des Weges mit der Straßenbahn zurücklegen, werden Ludmila und ich trotzdem nass bis auf die Haut. Mit nassen Jeans und durchweichten Schuhen sitzen wir die anderthalb Stunden Polnisch ab. Heute lernen wir mit Adjektiven umzugehen (deutsches Auto, amerikanischer Film, leichte Sprache, intensiver Kurs, heiße Suppe, modernes Stadtzentrum).


Dann geht es in Pfatsie Radio zum Frühstücken. Auch schon eine kleine Tradition. Zu Hause angekommen, schäle ich mich aus der Jeans und stelle meine Turnschuhe zum Trocknen auf die Heizung, dicke trockene Socken an und noch mal unter die Decke verkriechen. So richtig warm werde ich aber nicht.


Eine halbe Stunde später geht es schon wieder los. Vom Kurs „Polish History and Culture“ treffen wir uns im Nationalmuseum. Wir geben die Jacken ab, dann erzählen uns die Lehrer, die Ausstellung sei nicht komplett zu sehen. Sie bieten uns an, eine andere Ausstellung zu besuchen (Mucha, habe ich mir schon angesehen), lassen uns die Entscheidung aber. Natürlich wirft jemand Shopping als Alternative in die Runde, also ist Mucha auch gestorben. Wir holen die Jacken aus der Garderobe. Die Lehrer sind derweilen schon nach Hause gegangen. Der Kurs entpuppt sich langsam aber sicher als Flop. Die viel versprechenden Aktionen und Themen scheitern irgendwie immer (Konzert, zu wenig Karten fürs Theater, komischer Film über Festival, Museum,...). Hmm.


Ich gehe nach Hause, höre noch ein wenig Potter, schlafe ein wenig und lerne dann mal wieder. EU Funds for Poland steht dank der Klausur am Dienstag ganz oben auf der Priortätenliste. Heute Abend soll es dann in den Academic Pub gehen. Gemütlich auf ein Bier mit Saft. Genau das, wonach mir heute ist.


Laune: kalte Füße

Schokoladenbedarf: Schokoschock

Donnerstag, 08.11.2007: Anna schläft wenig

Die Nacht ist eine einzige Katastrophe. Christophe im Zimmer über mir, macht mal wieder Party und lässt seine Musikboxen an die Grenzen gehen. Der Häufigkeit nach muss Rhiannas Lied „Umbrella“ sein neuer Favorit sein 'eh eh eh ah ah ah'. Meine bisherige Antipathie gegen das Lied steigert sich ins bodenlose.


Ich greife das erste Mal auf meine Ohropax zurück. Die lassen mich auch einschlafen. Allerdings ist der Druck auf den Ohren so unangenehm, dass ich irgendwann in der Nacht aufwache. Gott sei Dank ist es gerade ruhig. Eine halbe Stunde später dröhnt wieder Musik von oben.


Morgens steht Ludmila dann früh auf, um ihre Mutter vom Bus abzuholen. Ich bleibe noch ein wenig liegen, werde dann ein wenig produktiv, muss ein paar Erledigungen erledigen und verbringe viel Zeit mit Scrubs. Am Nachmittag dann noch mal ein Treffen wegen der Fallstudie für Marketing. Das geht aber erstaunlich gut herum, da alle super vorbereitet sind. Ich sehe Verenas Wohnung, die wirklich toll ist. Die Lage ist gut die Zimmer groß und gemütlich.




Beim Bäcker finde ich schon das spezielle Sankt-Martins-Gebäck, das ein Spezialität aus Poznan ist: eine Art Hörnchen mit Nüssen, Trockenfrüchten und weißem Mohn mit viel Zuckerguss. Ich hatte erwartet, dass es die erste am 11. November gibt, aber ich bin gewillt, sie schon heute zu probieren. Lecker, aber so mächtig, dass ich es nicht aufessen kann.


Laune: träge

Schokoladenbedarf: gedeckt

Mittwoch, 07.11.2007: Anna zwischen Projekten und Töpfen

Auf meiner nicht kürzer werdender To-Do-Liste steht Einkaufen. Ich bin heute dran mit Kochen. Wir haben uns zu einer Gruppe zusammengeschlossen in der abwechselnd jeder für die anderen 7 Personen kocht. Normalerweise Montags, das bekomme ich aber nicht hin, da ich zu lange Uni habe, um das entspannt über die Bühne bringen zu können.


Entspannt einkaufen kann man das allerdings nicht nennen. Der Supermarkt, zu dem man extra mit der Straßenbahn anreist, ist mir einfach zu groß. Dafür findet man hier dann irgendwann auch alles, wenn man hartnäckig genug sucht und das Gemüse sieht noch einigermaßen frisch aus. Zwei Stunden später komme ich nassgeregnet und genervt im Wohnheim an.


Der Tag steht unter dem Zeichen von verschiedenen Projekten. Eigentlich vorrangig dem Businessplan - Projekt. Allein die Grobgliederung des Plans zieht sich schon über sieben Seiten und die Fragen häufen sich.


Zwischendurch eine Vorlesung und dann weiter zur Projektbesprechung. Von dort wieder an den Schreibtisch.


Dann zur Abwechslung in die Küche. Den ganzen Krempel hinschleppen und kochen. Die Nudeln sind etwas knapp kalkuliert, aber ich traue mich nicht noch mehr in den Topf zu stopfen.


Dann ist es auch schon halb zehn und das schlechte Gewissen treibt mich noch mal an den Schreibtisch. Ein paar Infos für den Businessplan zusammensuchen, damit es morgen wieder an das andere Projekt gehen kann. Ach ja, am Dienstag steht dann ja diese Klausur an, für die ich auch noch einiges lernen sollte.


Laune: erschlagen

Schokoladenbedarf: bedenklich hoch

Dienstag, 06.11.2007: Anna im Rechenwahn

Uni: Zunächst haben wir eine Wiederholungsstunde. Ich schreibe in der nächsten Woche meine erste Klausur und die Dozentin versucht uns schon einmal zu zeigen, was wir alles nicht wissen. Das gelingt ihr auch sehr gut.


Zur nervlichen Beruhigung gehen wir erst einmal eine heiße Schokolade essen (ihr erinnert euch an die Puddingschokolade?). Suvi und ich brechen dann auch glatt noch unsere Dienstagstradition und gehen nicht bei Piccolo Nudeln essen, sondern bestellen zur Schokolade Salat. Eine nicht allzu gute Kombination, wie ich finde.


Die nächste Vorlesung ist dann ziemlich gut. Es geht um Kunden-Kunden-Beziehungen bei Dienstleistungen, wie man diese beeinflussen kann und wann sie gut und wann schlecht sind. Der Professor gibt extrem viele Beispiele, was das ganze anschaulich werden lässt.


Ab ins Wohnheim und ran an den Schreibtisch. Da warten noch Hausaufgaben auf mich: Wir sollen für ein beliebiges Unternehmen die Eintrittsbarrieren in Zahlen berechnen. Ich entscheide mich mal wieder für ein Cafe/Bistro in Bielefeld in 1b Lage auf 100m². Ich fange an zu recherchieren: Preise für Einrichtungen, Küchengeräte, Lohnniveaus, kalkuliere, wie viele Angestellte ich brauche, was mich Strom, Abwasser, Lebensmittel und Getränke im Monat kosten. Nicht unspannend, da mir ein kleines Lokal immer als Alternative zur Arbeitslosigkeit nach dem Studium vorschwebte. Davon nehme ich Abstand, als ich meine Endzahl sehe: In den ersten 6 Monaten würde mich das Lokal über 100.000,-€ kosten (ohne Einnahmen, aber dafür habe ich sicherlich Kleinigkeiten vergessen). Na klar, ich richte das Lokal nach meinem Geschmack und eher schick ein, aber trotzdem. Also nehme ich erst mal Abstand von meinem Alternativplan, was meinen Vater jetzt wahrscheinlich unheimlich freuen wird.


Laune: hochmotiviert

Schokoladenbedarf: astronomisch

Montag, 05.11.2007: Anna im Alltagstrott

Zunächst trabe ich zum Supermarkt. Wir haben nichts im Kühlschrank und noch schlimmer, kein Brot da. Ludmila geht es richtig schlecht und schleppt sich zum Arzt an der Universität (da gibt es so ein medical center). Sie wird allerdings gleich wieder nach Hause geschickt, weil es zu voll ist.


Eine Vorlesung fällt aus. In dieser Zeit gehe ich mit Francois, Kevin (beide Frankreich), Lan (Belgien), Agnes (Deutschland) und Lilit (Estland) essen. Sie kennen ein kleines gemütliches Lokal am Altmarkt, in dem es leckere Pfannkuchen gibt. Der Kaffee nach dem Essen ist stark und macht mir bis in den Abend hinein zu schaffen. Auf dem Rückweg zur Uni treffen wir noch einige Studenten, die mit ihrem „Restbesuch“ vom Wochenende durch die Stadt stromern – die Kamera immer griffbereit. Eigentlich waren fast alle am Wochenende auf Reisen und haben dementsprechend viel zu erzählen.


Die nächste Vorlesung ist langweilig und zieht sich. Gott sei Dank sitzt Kevin neben mir, der für Ablenkung sorgt. Zuerst helfe ich ihm einen Dankesbrief auf Deutsch zu verfassen, dann informieren wir uns aus einer französischen Lästerzeitschrift über den neusten Klatsch und Tratsch in Hollywood und Frankreich, zum Schluss schauen wir in einer Karte nach, woher wir eigentlich genau kommen.


Um halb acht mache ich mich auf den Weg zum Wohnheim. Nehme dort ein Abendbrot aus Kinderschokolade und Tee zu mir und bastle noch ein bisschen an einer Präsentation, die nun im Bayer-Aspirin-Outfit glänzt.


Laune: koffeinmäßig überdreht

Schokoladenbedarf: du meine Güte, darüber denke ich lieber nicht nach

Sonntag, 04.11.2007: Anna ist wieder in Polen

Nix mit gemütlichem Morgen. Ich packe meine Sachen, lasse mich noch einmal von Mama bekochen und dann geht es auch eigentlich schon los zum Bahnhof Bielefeld. Dort treffen wir Chris Brentrup, der nicht weiß, wo er seinen Bulli abstellen soll. Ab in den Zug und weg. Meine Güte ging die Zeit schnell vorbei.


Die Zeit im Zug vergeht aber auch recht schnell. Ganz gegen meine Gewohnheiten, schlafe ich im Zug nach Berlin sogar ein bisschen. In Berlin selbst wird es dann mal wieder knapp. Mein Zug hat Verspätung, ich muss außerplanmäßig mit der S-Bahn nach Berlin-Lichtenberg fahren. Zum Glück wartet der EC nach Poznan ein wenig.


Zum Glück ist mein Abteil ziemlich leer, so dass ich mich breit machen kann. Auch hier fallen mir die Augen dauernd zu, aber hier will ich nicht einschlafen, aus Angst Poznan zu verpassen: hier sagen sie nicht immer den Bahnhof durch, der angefahren wird, und durch die Verspätungen will ich mich nicht auf die Fahrpläne verlassen. Letztendlich klappt aber doch alles super.


Straßenbahnen zum Wohnheim sind rappelvoll. Ich kämpfe mich und meine Gepäck in die erstbeste Bahn und hoffe, dass ich an meiner Haltestelle rechtzeitig wieder herauskomme.


Im Wohnheim ist Ludmila auch schon da. Krank, die Arme. Aber zumindest komme ich so nicht in ein leeres unfreundliches Zimmer, was mich sehr freut.


So Tee trinken, Schokolade und Mandarine essen, noch einen Film schauen oder lesen und dann ab ins Bett.


Laune: für einen Reisetag erstaunlich gut

Schokladenbedarf: ist da

was wirklich nervt: ich habe das ganze lange Wochenende eine Kamera mit mir herumgeschleppt und nicht ein einziges Foto gemacht

Samstag, 03.11.2007: Anna kommt rum

Der Tag beginnt mal wieder gemütlich. Wie die letzten Tage auch schon. Irgendwann wird uns der Tag zu gemütlich. Also beschließen Stefan und ich etwas zu unternehmen. Zunächst fahren wir zum Wasserschloss Tatenhausen, um dort in einer einer Anwandlung von Pärchensport spazieren zu gehen. Wir brechen diesen Versuch aber schnell ab. Die Wanderwege, die um das Schloss führen liegen im Wald und sind extrem matschig. Gummistiefel wären hier angebracht.


Noch nicht ganz entmutigt fahren wir weiter nach Warendorf. Wir schlendern durch die Altstadt mit ihren tollen Fachwerkhäusern und kleinen Gässchen, schlürfen Kaffee, bummeln. Hier stehen überall Pferdeskulpturen herum, was mich schnell an den gestrigen Abend und Pferdehasser Christian denken lässt.


Wir schauen bei meiner Familie vorbei, fahren in die Villa, helfen da ein wenig beim Aufbau für ein Konzert am Abend, ich treffe mich mit meinen Geschwistern bei Maren, dann geht es wieder zu Stefan: Grillen. Grillfleisch schmeckt auch im November super. Fast noch besser als im Sommer, wenn jedes Wochenende gegrillt wird. Noch einmal kurz bei der Villa vorbei – Hallo und Tschüß sagen, aber bevor das Konzert wirklich los geht, sind wir auch schon wieder weg. Zu meinen Eltern, die die Glühweinsaison einleiten. Der Rest des Abends gehört dann Stefan.


Laune: super

Schokoladenbedarf: gering

Freitag, 02.11.2007: Anna hasst Möwen

Der Tag beginnt und und verläuft gemütlich: spät auf stehen, lange duschen, ausgiebig frühstücken, Zeitung lesen, Sachen für den Tag zusammensuchen, bei Simon Hallo sagen, ein wenig an einer Präsentation basteln, versuchen zu lesen, doch lieber schlafen, wieder mal essen. Essen scheint wirklich eine meiner Hauptbeschäftigungen zu sein, neben Schlafen.


Am Abend treffe ich mich zunächst mit Christian, Vitali und Stefan in der Mosquito Lounge. Für die Harsewinkler: das neue alte Tins. Das ist nett, die Gespräche verlaufen witzig vom Berufsleben bis hin zu Nonsense – Themen. So wird zum Beispiel diskutiert, welche Tiere wir wirklich hassen. Christian bringt Pferde ins Spiel, ich dagegen plädiere für Möwen und Tauben. Vitali und Stefan tun sich zunächst schwer, ein Hasstier ausfindig zu machen. Nach einigen Überlegen stellt sich dann aber heraus,dass gerade Vitali nahezu jedes Tier hasst: Mücken, Ziegen, Spinnen, Schlangen,...


Wir lassen den Abend im Pröddels ausklingen. Da ist es heute ungewohnt ruhig. Vielleicht allgemeine Katerstimmung. Ich weiß es nicht.


Laune: strahlend

Schokoladenbedarf: null

Donnerstag, 01.11.2007: Anna isst Rouladen

... und Kuchen und Schokoriegel und Rotkohl und Rosenkohl undKartoffeln und Erdbeercreme. Dann ist sie satt und schläft ein. Davor spielt sie noch Krocket und gewinnt auch noch, der Junge verliert, der Bruder verschläft alles und kann auch noch nicht sprechen: Gestern waren Spezial-Preise im Pröddels und eine schmierige Party im Waldhof, von der er sich nicht lösen konnte.


Laune: Gemütlich
Schokoladenbedarf: gedeckt. aber hallo