Freitag, 16.11.2007: Anna im Museum

Polnisch um acht: heute wird getestet. In einer halben Stunde müssen wir beweisen, dass wir bisher gut aufgepasst haben. Es läuft ok, auch wenn ich schon jetzt von ein paar kleinen Fehlern weiß.


Dann geht unsere Frühstücksconnection in unser Stammcafé, auf eine heiße Schokolade, Kaffee oder Joghurtshake. Danach ist irgendwie Zeittotschlagen das Programm. Um eins treffen wir uns am Museum, bis dahin sind es noch zwei Stunden, in denen es sich nicht wirklich lohnt, noch mal zurück zum Wohnheim zu fahren. Wir gehen noch einmal zum polnischen Markt (mein erster Eindruck: siehe hier). Die Mädels steuern sehr direkt einen Unterwäschestand an, den sie schon in der letzten Woche ausfindig gemacht haben. Da wollten sie in Begleitung eines seltsamen Kommilitonen nichts einkaufen („Der hat uns so seltsam interessiert über die Schulter geschaut“). Das holen sie heute nach.


Danach essen wir Zapiekanka, eine Art riesiges überbackenenes Baguette, das man mit viel Ketchup oder Mayonnaise serviert wird. Ich schaffe es heute nicht. Es ist mindestens einen halben Meter lang und schmeckt mir heute nicht richtig.


Zapiekanka, wie es aussehen kann




Dann eilen wir zum Museum. Heute findet hier unser Kurs zur Geschichte und Kultur Polens statt. Als erstes bekommen wir alle ein Kissen. Das lädt natürlich zu Kissenschlachten und anderen Kindereien ein. Sebastián stopft es sich unter den Pullover und lässt dich von jedem in den gepolsterten Bauch boxen. Kissen fliegen durch die Gegend, Frisuren werden ruiniert. Die Kissen dienen eigentlich dem Zweck bequemer auf dem Boden zu sitzen und dem Führer aufmerksam lauschen zu können. Der wirkt durch mangelndes Interesse etwas demotiviert. Dass die Lehrer auch witzeln und uns nicht zur Ordnung rufen, macht das Ganze nicht besser. Der Führer wirkt auf mich nicht sehr kompetent. Er übersetzt Sätze falsch, spricht seltsames Englisch und verliert sich in seinen Interpretationen und seltsamen Details. Schade eigentlich. Das wäre der einfachste Weg gewesen etwas über polnische Geschichte zu erklären. Mir gefällt der Teil des Museums mit der modernen Kunst besser, vielleicht auch nur deshalb, weil wir es selbst erkunden dürfen. Auch wenn diese Skulpturen von Phalli aus giftigem Kunststoff mit dem Titel wie „crazy bride“ seltsam anmuten.



Muzeum Narodowe, Schauplatz der heutigen Stunde in polnischer Kultur und Geschichte, bei sommerlichen Wetter. Heute dagegen ist es eisig kalt (-2°C)





Zum Abschluss wirft sich Daniel noch einmal in einen Haufen Kissen, Suvi und ich bewerfen ihn mit unseren Exemplaren und weiter geht es. Wir gehen mit Thomas einkaufen. Wir haben uns zu fünft zusammengetan, weil Lust auf Fisch verspüren. Also kochen wir heute Abend zusammen. Thomas der gelernter Koch ist kauft irgendwie anders ein, als ich es kenne. Irgendwie zielstrebiger. Suvi und ich trotten wie die Idioten hinter ihm her und tragen die Einkaufskörbe. Ich denke es wird lecker und freue mich schon auf pochierten Fisch um sieben.


Laune: gut

Schokoladenbedarf: nicht wirklich hoch

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

dieses Zapiekanka spricht mich nicht an ... das wollte ich mal gesagt haben ;)