Mittwoch, 26.03.2008: Anna will nach Korfu

Nachdem der Tag mal wieder in den üblichen Bahnen verlaufen ist (kochen, schlafen, lesen, essen) mache ich mich am frühen Abend auf zum Planungstreff für die Ferienfreizeit 2008. In diesem Jahr ist unser Ziel Korfu. Neben dem erstmaligen Ziel Griechenland ist das auch mal wieder eine Strandfreizeit. Ich habe zwar schon einmal eine mitgemacht, aber in Holland auf Ameland spielte der Strand nicht die erste Geige.


Mit 50 Teenager zwischen 12 und 17 Jahren beziehen machen wir uns im Juni mit dem Bus und Fähre auf die lange Reise nach Korfu. Dort beziehen zwei Wochen lang ein Haus 200m vom Strand entfernt. Unsere Aufgabe als Betreuer wird es sein, die Kids zum einen so beschäftigten, dass sie sich nicht langweilen, auf der anderen Seite aber auch so viel Freiraum lassen, dass sie Zeit für sich haben können. Das möchte gut überlegt sein. Schließlich muss schon vorab klar sein, welche Aktionen angeboten werden sollen und welches Material mitgenommen wird. Das Programm soll aus einem Mix aus Sport, Kreativem und Ausflügen bestehen.


Am Abend wird bei Brot, Käse, Wurst und Oliven das Programm für die Freizeit im Sommer durchgesprochen. Workshops und Kreativ-AGs, Großaktionen und Spiele werden geplant. Schon jetzt wird viel gelacht und ich bin zuversichtlich, dass es im Sommer gut klappen wird.


Nach dem offiziellen Treffen setzten Stefan, Simon, Stefanus und Stefan uns noch in den Kirchenkeller und schauen uns dort ein Video über Korfu an, um einen ersten Einblick zu bekommen. Die Informationen sind allerdings schon 10 Jahre alt, und helfen nur bedingt weiter.


Noch auf ein Bier in der Mosquito Bar und es geht auch flugs zum Jungen nach Hause.

Montag, 24.03.2008: Anna am Ostermontag

Es ist gestern spät geworden. Dementsprechend lange schlafen wir aus. Stefan ist noch so erschöpft, dass er mittags gleich noch einmal auf dem Sofa einschläft. Am Nachmittag lese ich weiter, während er schneidet.


Am Abend machen wir uns auf den Weg nach Gütersloh. In der Weberei ist Burgertag und wir gehen Essen.

Sonntag, 23.03.2008: Anna am Ostersonntag

Wir schlafen lange aus und frühstücken dann gemütlich. Eigentlich schon kurze Zeit später, machen wir uns auf den Weg zu Opa und Oma. Opa hatte am Freitag Geburtstag und hat zum mittaglichen Grillen eingeladen. Die ganze Familie ist da und es wird herrlich herumgeflapst.


Als der Kuchen aufgetischt werden, mache ich mich mit Stefan auf den Weg, um mit seiner Oma Kaffee zu trinken.


Noch schnell eine Stunde schlafen und dann geht es schon weiter nach Hause. Hier haben mein Bruder und mein Vater in den vergangenen Wochen Holz für ein Osterfeuer zusammengefahren. Am Abend des Sonntags wird es angesteckt. Eigentlich ein heidnischer Brauch, um böse Geister des Winters zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen, der allerdings von den Christen übernommen wurde.

Da es in den letzten Tagen viel geregnet und geschneit hat, dauert es etwas länger, bis das Holz wirklich brennt. Freunde und Familie tummeln sich um den Haufen, und da es in dieser Nacht so bitterkalt ist, drängen sich alle so nah um das Feuer, wie noch nie.

Samstag, 22.03.2008: Anna in der Mückenbar

Am Samstag passiert nicht viel. Den Tag über verbringe ich bei Stefan, der sich nicht entscheiden kann, ob er lernen soll oder doch lieber ein neues Projekt schneiden soll. Ich zwinge ihn zum lernen und lese selbst mein Buch weiter.


Am Abend treffe ich mich mit Steffi und Christian in der Mosquito lounge. Es wird erzählt und viel gelacht und wie üblich kommt es auch mal wieder zu der Diskussion, ob Insekten fühlen können. Die Meinungen weichen auseinander.


Nachdem es den ganzen Abend geschneit hat sind die Straßen ein bisschen glatt und wir machen uns auf den vorsichtigen Heimweg.

Freitag, 21.03.2008: Anna am Karfreitag

Der Vorsatz am Karfreitag kein Fleisch zu essen, wird durch meine Mutter zunichte gemacht, die uns alle auffordert, Suppe vom Vortag zu essen, da noch riesige Mengen übrig sind. Den Rest will sie dann einfrieren.


Mit Theresa setzt ich mich am späten Nachmittag zusammen und wir malen traditionell ausgeblasene Eier mit Wasserfarben an. Und wie üblich suchen wir krampfhaft nach Motiven und Mustern, die man auf das Ei malen kann und später auch erkennen kann.

Am Abend begleite ich Stefan zu einem Bandinterview. Die beiden jungen Musikjournalistinnen schlagen sich gut und müssen sich einigen Quatsch von den Jungs anhören. Ich bin schon gespannt, was dabei dann heraus kommt.


Wieder zu Hause geht’s ab aufs Sofa. Wir schauen die letzte Hälfte der fabelhaften Welt der Amelie.

Donnerstag, 20.03.2008: Anna fährt heim

Nach dem Polnischkurs geht es schnell zum Wohnheim zurück, und von dort dann auch schon schnell weiter zum Bahnhof. Heimreise ist angesagt. Im Zug von Poznan nach Berlin treffe ich auf nette Mitreisende, es wird Babylonisch gesprochen: ein Mix aus Deutsch, Englisch, Polnisch und Koreanisch.

Umsteigen in Berlin und weiter mit dem ICE nach Bielefeld. Der Zug ist wegen der kommenden Feiertage brechend voll und ich bin froh um meine Reservierung. Am Bahnhof in Bielefeld wartet Stefan schon auf mich. Rucksack in den Kofferraum geworfen, schnell gedrückt und die letzte Etappe nach Hause beginnt.

Auf dem elterlichen Hof angekommen, platzen wir mitten in ein Fest. Papas neue Halle wird gerichtet, sämtliche Nachbarn, Familie und bekannte haben sich eingefunden, um mitzufeiern. 60 Leute tummeln sich im Haus. Ich bin etwas überfordert, aber schließlich nach dem ersten Bier und einer warmen Suppe, komme ich endlich richtig an. Meine Eltern sind allerdings so sehr mit Gastgeben beschäftigt, dass ich kaum Gelegenheit habe, mich mit ihnen zu unterhalten.

Am späten Abend geht es dann weiter zu Stefan. Ich bin todmüde...

Mittwoch, 19.03.2008: Anna im Schnee

SCHNEE, SCHNEE, SCHNEE. Übermorgen ist Frühlingsanfang und heute und auch schon gestern schneit es in Poznan. Heute ist es sogar ziemlich krass. Zentimeterdick bleibt er auf Bäumen, Straßen und Parkanlagen liegen. Eine halbe Stunde später scheint die Sonne, als sei nichts gewesen, dann zieht es sich wieder zu und es schneit wieder. Die Professoren wünschen uns aus Spaß nicht frohe Ostern sondern frohe Weihnachten. Sehr seltsam ist das.


Heute haben ich schon die letzten Kurse vor den Osterferien und die Stimmung ist allgemein sehr fröhlich. Wer nicht nach Hause fährt, nutzt die freie Zeit zum Reisen. Für mich geht es morgen dann auch wieder nach Hause.


Nach meinen Kursen habe ich zunächst aber noch etwas anderes vor. In meinen Zusatzkursen ist auch ein Psychologiekurs und ich will die Sprechstunde der Professorin nutzen, um vorzusprechen und sie um eine Alternative zur polnischen Vorlesung für mich bitten.


Vor ihrem Büro treffe ich auf einen älteren Professor, der mich auf polnisch anspricht. Ich antworte auf polnisch, dass ich ihn nicht verstehe, ich sei Deutsche und spreche nur ein ganz wenig polnisch. Darauf fängt er das Strahlen an und kramt seine Deutschkenntnisse aus. Vor zehn Jahren habe er einmal Deutsch gelernt und freue sich jetzt es wieder ausprobieren zu können. Besonders gut kann er sich an Komplimente erinnern. Bevor er mich zu dazu verpflichten kann, seine Deutschlehrerin zu werden, entkomme ich aber in die Sprechstunde der Psychologieprofessorin.

Montag, 17.03.2008: Anna im Global Village

Der Tag beginnt gut und ausgeschlafen. Also erledige ich erst einmal meine Wäsche und gehe dann einkaufen.


Mittags steht dann ein Treffen mit meinem Betreuer wegen der Diplomarbeit an. Heute ist er sehr zufrieden und gibt mir endlich das OK zum Schreiben. Jippie. Auf gehts. Sehr motiviert beschäftige ich mich auch sofort einige Stunden damit. Davor allerdings versuche ich mich an Zwiebelkuchen und knete meinen ersten Hefeteig, der auch prompt funktioniert. Nochmal Jippie!


Am Abend treffen wir uns zunächst wegen einer Präsentation, die wir morgen halten sollen. Mir ist das eigentlich zu kurzfristig, aber es ließ sich nicht mehr anders einrichten. Aber dafür läuft es ziemlich gut, auch wenn ich immer noch nicht abschätzen kann, ob wir alles abgedeckt haben. Das sehen wir morgen. Die Hälfte der Gruppe ist schon gar nicht mehr da, weil sie sich schon in den Osterferien befinden, oder so. Ein ironisches Jippie ist hier angebracht.


Am Abend ist dann eine Veranstaltung, die sich Global Village nennt. Wir wurde vorab dazu angehalten typische nationale Gerichte und Getränke zuzubereiten – deshalb auch der Zwiebelkuchen mit dem Hefeversuch. Es werden nationale Tische mit Essen beladen, dann geht das Große probieren los. Jippie! Hmmm, leckere Sachen mit dabei. Hier ein kleiner Einblick:

französischer Tisch mit belegten Baguettes, french fries, Crepe, Quiche und einem Gemisch aus Wein, Bier UND Cola!
deutscher Tisch mit Zwiebelkuchen, Kartoffelsalat, Heißwürstchen, Fischbrötchen, Weißwurst, Haribo und Wodka Ahoi
Türkisch- Estonischer Tisch mit Resi und verschieden gerollten Fladen (Namen vergessen aber sehr lecker und ganz schön scharf), Heringshappen, Pfannkuchen und estonischer Schokolade
Deutsche Köche: Monika, Maggy, Antje, Anja und Urs

Außerdem gab es einen Englisch- Chinesischen- Russischen Tisch mit Chinanudeln, Englsichen Teigtaschen und russischem Vodka mit sauren Gurken, sowie einen Polnischen Tisch mit Pieroggen, süßen Krapfen, Glüh-Bier und Zubrowka-Apfelsaft.

Also wie ihr seht, eine Menge leckeres Zeugs!

Sonntag, 16.03.2008: Anna am Sonntag

Da es gestern mal wieder so spät geworden ist, dass ich eigentlich schon wieder im Hellen nach Hause gekommen bin, hänge ich heute dementsprechend in den Seilen. Also verbringe ich den Tag damit, mich von Stefan auslachen zu lassen und mit meiner Familie zu telefonieren.


Gegen Spätnachmittag dann doch noch mal der Versuch, etwas sinnvolles zu machen. Wir wühlen uns durch einen Batzen statistischer Daten, um das Kundenprofil einer Bank zu erstellen. Allerdings kommen wir nicht weit, da sämtliche Bezeichnungen polnisch sind und wir nur einen Bruchteil verstehen.


Also doch wieder nur Abhängen. Noch einen Film schauen und ab ins Bett. Da hat sich schon wieder ein netter Schlafmangel angesammelt.

Samstag, 15. 03.2008: Anna auf einer Geburtstagsfeier

Der Samstag verläuft erst einmal ruhig: lange schlafen, zum Supermarkt, lesen, dösen, wie auch immer. Um langsam auf Trab zu kommen, laufe ich eine Runde im Park. Hier stromern eine ganze Menge Leute in seltsamen Kostümen herum. Sie verteilen Flyer für ein Freilufttheater am Abend anlässlich des kommenden Osterfests.


Wieder im Wohnheim feiern wir am Abend in den Geburtstag von Anastacia, einem russischem Mädchen mit einem herrlichen Puppengesicht. Julian und Magrico haben sich um Kuchen gekümmert, es besteht aber allgemeine Unsicherheit, wann wir gratulieren sollen. In Moskau ist es schon zwei Stunden früher Mitternacht und sie erhält die ersten Glückwünsche nun schon um zehn.


Nach dem Anstoßen und Singen geht es dann ins Post Dali weiter. Hier haben wir zunächst etwas Schwierigkeiten, weil es so voll ist, dass sie die Leute immer nur in kleinen Grüppchen einlassen. Deshalb stehen wir zunächst einmal zu viert an der Bar, der Rest der Truppe geht erst mal woanders hin und trudelt dann eine Stunde später ein.

Freitag, 14.03.2008: Anna geht aus

Den Tag über verbringe ich im Wohnheim und lese mich u.a. weiter für meine Diplomarbeit ein. Am Abend ergreift ein allgemeiner Tatendrang Antje, Monika und mich. Da Antje und ich immer noch nicht ganz fit sind, beschließen wir in einen Irish Pub zu gehen. Was zunächst sehr klein aussieht, entpuppt sich als riesige Kelleranlage, die sich unter mehrere Häuser erstreckt. Es wird Live-Musik gespielt, es gibt eher polnisches als irisches Bier, es ist nett.

Später kommen Urs und Olivia dazu. Gegen zwei machen wir uns dann auf den Weg, allerdings landen wir nicht im Wohnheim, sondern im Alcatraz, einem Club, in dem sich heute vor allem französische Studenten tummeln. Wir schließen uns also an und tanzen noch eine Runde mit.




Zwei Stunden später erwischen wir punktgenau (na ja nach einem kleinen Spurt über die letzten Meter) eine Nachttram und kommen so schnell zurück ins Wohnheim. Schnell noch einen Happen gegessen und dann ab ins Bett.

Donnerstag, 13.03.2008: Anna auf einer Messe

Die Erkältung hat mich fest im Griff. Im Polnischkurs bin ich mehr damit beschäftigt meine Nase zu putzen als Polnisch zu lernen.


Am Nachmittag freue ich mich dann auf eine andere Vorlesung. Man hat uns einen Messebesuch und einen Vortrag versprochen. Die internationale Messe Poznan kann es von der Fläche mit Messegeländen wie Leipzig aufnehmen und ca. die Hälfte aller für Messen gemietet Flächen in Polen werden hier besetzt. Mit der Erwartung, dass das recht spannend sein könnte, fahren wir los. Die ganze Aktion ist allerdings eine reine Zeitverschwendung. Wir hören einen schlechten Vortrag (abgelesene Folien, Aufzählung der wichtigsten Messen in Poznan, danke das wars, Fragen?) und haben die Möglichkeit auf eigene Faust das Messegelände zu erkunden. Im Hauptpavillion findet gerade eine Messe mit dem Titel Euroreklama statt. Was sich erst spannend anhört, stellt sich als Ausstellung für Drucker für Außenwerbung heraus. Ziemlich enttäuscht mache ich mich schnell auf den Heimweg und kuriere meine Erkältung aus.

Mittwoch, 12.03.2008: Anna bei Lech

Am frühen Abend treffen wir uns an der Uni und machen uns auf den langen Weg zur Lech Brauerei. Die ist eine halbe Stunde entfernt und wir quetschen uns mit der großen Gruppe der Erasmusstudenten in Straßenbahnen und Busse.

An der Brauerei angekommen, werden wir für eine Führung in zwei Gruppen aufgeteilt. Nach der Führung treffen wir uns alle in der hausinternen Kneipe wieder, verköstigen Bier, verputzen großartige Pizza und spielen Kicker. Ich spiele mit Athanasis zusammen und er wiederholt begeistert, dass wir die deutsch-griechische Erfolgsgeschichte der EM 2004 wiederholen. An einem französisch-französischem Team beißen wir uns allerdings die Zähne aus und finden unseren Meister.

Dienstag, 11.03.2008: Anna im phantastischen Radio

Meine Vorlesung um zehn fällt aus, mir kommen Natalia und zwei ihrer polnischen Freunde entgegen. Sie wollen aus Frust ein Bier trinken gehen und nehmen mich mit. Wir gehen ins Pfatasie Radio, dem phantastischen Radio, ein Café in der Nähe der Unigebäude. Sie bestellen Bier und ich erst mal Kaffee, da mein Frühstück gerade mal eine halbe Stunde zurückliegt. Die drei Polen meistern das Sprachproblem großartig und binden mich super in die Gespräche ein. Den Grundtenor der Gespräche bekomme ich mit, falls ich all zu ratlos aussehe, wechseln sie ins Englische.


In der nächsten Vorlesung bekommen wir eine Gruppenarbeit auf: das Erstellen eines Kundenprofiles einer Internetbank.


Nach einer auf den späten Abend gelegten Vorlesung, gehen wir anlässlich Antjes Geburtstag beim Mexikaner essen. Hier schwächele ich aber schon. Bin mal wieder total erkältet und schnupfe vor mich hin. In den Club gehe ich nicht mehr mit.

Montag, 10.03.2008: Anna in der Sonne

Das restliche Wochenende habe ich eigentlich nur gefaulenzt. Die Mafiaparty am Samstag im Wohnheim mache ich auch nur halbherzig mit. Da allerdings Weltfrauentag ist bekommen wir von den Jungs Blumen auf die Arme gemalt.


Am Sonntag ist dann ein wenig spazieren gehen angesagt. Es ist schon herrlich warm und man kann es gut draußen aushalten.


Heute habe ich mich dann mal wieder um meine Kurse gekümmert. Danach bin ich ein wenig durch die Stadt geschlendert, die Sonne genossen und Besorgungen erledigt.


Am Abend hat Antje für uns gekocht und nun warten wir auf Mitternacht, um gemeinsam auf ihren Geburtstag anzustoßen.

Freitag, 07.03.2008: Anna in der Tram

Der Freitag verbringe ich mit schlafen. Das ist auch bitternötig nach der letzten Nacht. Außerdem ist für den Abend eine Tramparty angesetzt.


Zu Acht machen wir uns dann auf den Weg. Nach einigen Schwierigkeiten die richtige Haltestelle zu finden, sitzen bzw. stehen wir pünktlich um acht in der alten Straßenbahn und los geht es. Allerdings ist es ziemlich enttäuschend. Im Gegensatz zum letzten Jahr gibt es weder Bier noch Musik. Dementsprechend pessimistisch ist die Stimmung zunächst.


Die erste Pause ist irgendwo in der Wallachei, wo sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht wünschen. Unseren Plan, uns möglichst schnell abzusetzen verwerfen wir, weil absolut nicht klar ist, ob man von hier wieder wegkommt.


Die nächste Pause ist dann wieder mitten in der Stadt. Da es noch zu früh für einen Club ist, statten wir uns mit Bier und Wodka aus, damit wir die letzte Etappe der Tramfahrt gut überstehen. Die ist dann doch noch lustig. Trotz allem ist der Alkoholpegel bei den Meisten schon sehr hoch. Franzosen und Südeuropäer grölen sich Lieder um die Ohren. Drei fremde Passagiere haben sich in die Tram verirrt. Dem jungen Touristenpärchen gefällt es gut, sie zücken sogleich ihre Kamera und filmen das Elend. Der ältere Mann ist allerdings verstört und bittet darum möglichst schnell wieder raus zu dürfen. Als wir einen Zwangsstopp einlegen, da einer der Türen repariert werden muss, findet er die Gelegenheit dazu.


Den Abend lassen wir im Post Dali ausklingen.




Donnerstag, 06.03.2008: Anna beim Mexikaner und im Tuba

Nach dem Polnischkurs und Wäschewaschen laufe ich mit Christin ein wenig durch den Park. Es ist zwar ungemütliches Wetter, aber zum Plaudern ist es optimal. Von der vielen frischen Luft erholen wir uns bei einem Film. Dann geht es auch schon wieder los. Zunächst essen wir bei einem Mexikaner. Die Stimmung ist gut. Man kann Bier direkt am Tisch zapfen, es wird Livemusik gespielt und die beiden Gitarristen finden Gefallen an unserem Tisch, weil die Porugiesen und Spanier natürlich mitsingen können. Das essen ist gut und die Riesen Margharitas schmecken.



Bier für die Jungs, direkt am Kaktus gezapft...
Cocktails für die Mädels

Danach geht es weiter zum Blue Note, aber da es hier zu voll ist entscheiden wir uns für den Tuba Club. „Da ist das Bier billig, das ist für mich ok“ ist das ausschlaggebende Argument. Hier ist die Stimmung dann wirklich ausgelassen. Es wird getrunken, getanzt, gelacht, rumgeblödelt, umarmt,... Hier die Eindrücke








Nach einem Absacker in einer anderen Bar, kommen wir unendlich spät im Wohnheim an. Eigentlich ist es schon fast wieder früh: es wird schon wieder hell und die Straßenbahnen sind schon wieder gefüllt mit Menschen, die zur Arbeit müssen. Um sieben falle ich dann endlich ins Bett. Uff.

Mittwoch, 05.02.2008: Anna und ihr Kursproblem

Ich habe im Moment immer noch einige Schwierigkeiten mit ein paar zusätzlichen Kursen. Eigentlich wollten das meine Professoren bis heute regeln, aber mein Koordinator erklärt mir heute, dass es an mir liegt, meinem Dekan zu erklären, dass ich diese Kurse zum Teil schon Deutschland belegt habe und seine Pensum über das Ausmaß des Vertrages über das Doppeldiplom geht. Na super.


In den Vorlesungen wird heute viel über Deutschland erzählt. Zum Teil nicht richtig oder zum Optimum erhoben. Mir wird das irgendwann etwas zu viel. Schließlich will hier etwas über Polen lernen und bin dann doch zum Schluss froh, als wir über unser Allgemeinwissen über Polen abgefragt werden.


Am Abend sind wir ein wenig entschlusslos: Zunächst kochen wir erst einmal. Magricos Versuch eine Küchenparty für Christin und Daniel zu organisieren scheitert gnadenlos. Wir versacken im Zimmer nebenan. Irgendwie wird es trotzdem spät.

Dienstag, 04.03.2008: Anna bekommt Besuch

Den Tag schlage ich mir zunächst mit unsinnigen Vorlesungen bei verwirrten Dozenten an. Strukturierung des Vortrages ist hier eher Wunschvorstellung. Etwas genervt komme ich nach Hause. Am Abend bekomme ich dann etwas überraschend Besuch. Daniel und Christin hatten sich angemeldet. Allerdings hatte ich zwei verschiedene Ankunftsdaten erhalten und war mir deshalb nicht ganz sicher, welcher von beiden richtig ist. Nach großem Hallo, einer kleinen Matratzenorganisation a la Magrico (Uwaga-E-mail, mit doppeldeutigem Betreff) wurde dann bei Bier und Reis mit Wursteiern erzählt und geklönt. Die andere sind dann auch gleich noch auf eine Party. Die lasse ich aber aus, weil ich am Mittwoch wieder mal einen vollen Stundenplan habe.

Montag, 03.03.2008: Unikrams und Langeweile

Tja, heute ist gar nicht viel passiert, habe mich erst mit einer Fallstudie herumgeschlagen, dann mit einem Text zur polnischen Außenpolitik um 1990 herumgeschlagen. Zur Abwechlung dann ein bisschen was für die DA rausgesucht und einen tollen Einstieg gefunden, wieder den Text zur Außenpolitik weitergelesen und mich dann noch einmal erfolgreich davon abgelenkt. Das ist es dann auch schon fast gewesen. Langweilig zu lesen, langweilig zu schreiben, langweiliger Tag ;-).

Hoffe, euch geht es da anders.

Sonntag, 02.03.2008: Anna auf einem Markt

Gegen Mittag machen wir uns verschlafen auf den Weg in die Altstadt. Auf dem Stare Rynek, dem alten Markt soll heute ein Handwerker Markt oder etwas ähnliches sein, und da wir Lust haben, das Wohnheim zu verlassen, machen wir uns auf den Weg.


Dort angekommen verstehe ich allerdings nicht so recht, was hier los ist. Hier ist schon ein Markt, also Marktbuden und viele Leute, aber das Angebot ist etwas einseitig. Es werden vor allem bunte Wedel aus Getreide angeboten und Gebäck in Herz- und Autoformen. Außerdem sieht man hier und da Ostereier. Unter Umständen hat das etwas mit dem Palmsonntag zu tun, aber sicher sind wir uns nicht.


Palmsonntag ist in zwei Wochen und soll an den Einzug Jesus in die heilige Stadt erinnern. Dazu bastelt man Palmen, die je nach Region unterschiedlich aussehen können. Hier sieht man die Wedel aus gefärbten Gräsern und Blumen. Diese werden dann am 16.03. im Gottesdienst geweiht und sollen vor Krankheiten schützen und Glück bringen.




Nachdem wir über den Markt geschlendert sind, suchen wir ein Café, finden in einer Seitengasse eines im Landhausstil, trinken Tee, Kaffee und essen Kuchen. Dann geht es auch schon wieder zurück zum Wohnheim.


Auf dem Rückweg sehen wir noch ein 1A Regenbogen. Fünf Minuten nach unserer Ankunft regnet es eimerweise.

Samstag, 01.03.2008: Anna im Post Dali

Heute mache ich mir einen lauen Tag: lange ausschlafen, gemütlich essen, lesen, dösen, hören, shoppen – alles was so dazu gehört. Am späten Nachmittag suche ich dann mal wieder Literatur für meine Diplomarbeit. Das Internet hängt sich aber alle Nase lang auf, also bin ich am Abend dann auch soweit, dass ich raus will.


Das gestaltet sich zunächst etwas schwierig. Ein Teil der Studenten (vor allem französische) treffen sich bei Audrey. Wir wollen später nachkommen, entscheiden uns dann aber doch um und verbringen zunächst eine Zeit mit den Spaniern und Portugiesen im Zimmer nebenan, anschließend geht es dann noch ins Post Dali, einen Club im 10. Stock eines Hochhauses in der City. Anschließend bedeutet, dass wir erst sehr spät loskommen – immerhin sind wir mit Südeuropäern unterwegs, da sind Zeitbegriffe dehnbar. Das hat dann auch zur Folge, dass ich erst sehr spät wieder im Wohnheim bin.