Heute ist polnischer Nationalfeiertag. Den begrüße ich damit, dass ich ein wenig über die Fördermittel der EU an Polen lerne. Grummel.
Mittags treffen wir uns vor dem Wohnheim und machen uns auf den Weg in das Stadtzentrum. Wir nehmen die Tramstation mit der Bäckerei, um uns das traditionelle St. Martinsgebäck zu kaufen. Die Straßenbahn ist zur Feier des Tages mit kleinen polnischen Flaggen geschmückt, wie man sie noch vom letzten Jahr aus Zeiten der WM kennt. Auch an den meisten Häusern sind polnische Flaggen angebracht. Man feiert heute die Unabhängigkeit von Polen, und dass Polen als Staat überhaupt noch existiert (für Geschichtswütige: Polen hatte das Pech zwischen den beiden aggressiven Nationen Russland und Preußen zu liegen, die Polen immer wieder mal von der Landkarte wischten. Österreich mischte sich auch gerne ein, so dass es eigentlich ein Wunder ist, dass die polnische Sprache und Kultur überhaupt überdauern konnte).
In der Stadt angekommen, schieben wir uns zunächst über einen kleinen Markt, der mich an eine Mischung aus Weihnachtsmarkt und Kirmesramsch erinnert. Es ist extrem übervölkert hier und wir lassen uns ein wenig mit der Masse mitschieben. Wir treffen Verena vor dem Schloss und schlendern dann weiter die Straße herunter, um der Martins- Parade entgegen zu laufen. (Sankt Martin ist der Patron der Stadt Poznan, deshalb wird ihm zur Ehre in jedem Jahr ein Umzug (oder Parade) abgehalten). Auf dem Weg sind wir größtenteils damit beschäftigt, unachtsamen Schirmträgern auszuweichen, die einem gerne in die Augen, in die Haare oder in den Nacken stechen. Es schneeregnet die ganze Zeit und ist auch nur zwei Grad warm.
„Schaut euch an, was die Polen hier machen“ sagt Franzi und schüttelt den Kopf als sie den ersten Wagen des Umzugs sieht: ein kugelförmiges Gerüst das in orangen Rauch gehüllt ist und eher zu riechen ist als zu sehen. Die Parade ist eine Mischung aus Karneval und Militärparade. Feuerspuckende Stelzenläufer und Pappmaché-Figuren werden gefolgt von Reitern in alten Militäruniformen oder radschiebenden Soldaten mit bedeutungsschwangerem Blick. „Die scheinen geübt zu haben“ murmelt Christin fassungslos.
Wir lassen uns noch ein wenig durch die Menschenmasse schieben, kehren dann aber relativ schnell wieder ins Wohnheim zurück. Es warten noch einige Paper, Projekte und Folien zum EU Fund for Poland. Und vor allen Dingen warme Socken, eine vollaufgedrehte Heizung und eine warme Bettdecke.
Laune: gut
heutiges Schokoladensubstitut: Thunfisch direkt aus der Dose
Von oben nach unten:
Franziska, Christin, ich und Suvi mit Schirm
Bäckerstand mit ROGALE MARCIENSKIE (Hörnchen mit Nüssen, Mohn, Marzipan, getrockneten Früchten und Zuckerguss - Kalorien für eine Woche)
Stelzenläufer
"Soldaten" mit Fahrrad
2 Kommentare:
ANNA, das mit dem Thunfisch is ekelig.....
So garnicht Ladylike
Heute ist polnischer Nationalfeiertag. Den begrüße ich damit, dass ich ein wenig über die Fördermittel der EU an Polen. Grummel....
was sagt mir dieser satz? irgendwie fehlt was ^^ ich will wissen was lol
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