Die Red Ball Party ist ein totales Mistmotto: Alle tragen rote Shirts und sehen aus wie BWL-Klone. Aber mit dem richtigen Alkoholpegel und dem langsamen Eintreffen der gesamten Gruppe, wird der Abend immer lustiger. Der Renner ist ein Portugal-Schal, der zur Limbostange umfunktioniert wird und deren Träger irgendwie immer automatisch angetanzt wird. Um drei sind wir zu Hause. Ich mache mit Cem noch Frühstück (da wir zur Haltestelle rennen mussten, um die Bahn noch zu kriegen, blieb der übliche Döner auf der Strecke) und falle ins Bett. Die letzten Nächte war ich so unruhig, dass ich kaum geschlafen habe.
Um acht bin ich dann schon wieder auf den Beinen, Sachen packen, einkaufen, viel Wasser trinken.
Wir treffen uns zunächst zu einer Projektbesprechung in der Cafeteria, warten auf die Vorlesung, warten auf das Ende der Vorlesung. Dann stürme ich zum Bahnhof. Mit einem fast perfekten Timing kommt mir Stefan schon entgegen.
Das Wochenticket für die Tram ist schnell besorgt und wir machen uns auf dem Weg zum Hostel. Das ist nicht sehr gut ausgeschildert und ohne die Hausnummer hätten wir es nicht gefunden. Wir irren noch ein wenig im Haus herum, aber dann läuft alles gut. Das Zimmer ist klein und sehr lila. Ein Doppelbett, eine Kleiderstange eine Lampe und ein Stuhl quetschen sich zwischen die lila Wände. „Ich will an der Wand schlafen“ sage ich schnell, um die Verhältnisse zu klären. „Da ist auf beiden Seiten Wand“ kontert Stefan. Ich muss lachen.
Wir schlafen direkt hinter der Rezeption, dass heißt wir hören jedes Türklingeln, als säße man zu Hause im Wohnzimmer. Die Frage „Gehst du mal?“ oder „Ist für dich“ oder „Ich mach auf“ entwickelt sich sehr schnell zum RunningGag.
Dann ist so was wie Bescherung. Meine Mama hat es mir überlassen, wann ich die Geburtstagsgeschenke, die sie Stefan mitgegeben hat, auspacken darf. Natürlich sofort. Mir glänzt eine knallrote, super dünne Digitalkamera entgegen. Super, die gefällt mir auf Anhieb. Außerdem bringt Stefan Lebkuchen und Schokoplätzchen von seiner Mutter mit. Ich sitze auf dem Bett in einem Geschenkeberg, neben mir strahlt Stefan mit mir um die Wette. So muss das sein.
Wir gehen essen und schlendern dann durch die abendliche Stadt zurück zum Hostel und machen es und gemütlich.
Laune: super
Schokoladenbedarf. Nie dziekuje!
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