schreiben, schreiben

Wenn ich hier nicht besonders viel schreibe, liegt das daran, dass nichts sonderlich spannendes passiert. Im Großn und Ganzen bin ich damit beschäftigt, meine Diplomarbeit weiter zu treiben. Und siehe da langsam aber sicher mausert sich von Tag zu Tag die eine oder andere Seite dazu. Das ist fr das Gefühl schon mal ganz gut, auch wenn ich immer noch das Gefühl habe, dass das Geschriebe ewig dauert. Auf Englisch zu schreiben macht mir dabei weniger aus, als die ständige Durchforstung von Literatur auf der Suche nach Quellen.

Zwischendurch komme ich dann ab und zu mal vom Schreibtisch weg, um einer der drei Vorlesungen zu besuchen, die ich im Moment noch habe. Der Sprachkurs ist das absolute Highlight. Dieser Kurs besteht zur Hälfte aus Studenten der anderen Universitäten. Neben Maggy, die genau dasselbe wie ich macht und auch aus Freiberg kommt, hätten wir Elisabeth aus den USA und Han Ha aus Korea von der medizinischen Universität, die uns gerne mal mit Autopsiegeschichten schocken, Romana aus der tschechischen Republik, die hier Laborergebnisse für ihre Arbeit in Chemie sammelt und Anna II (ich war zuerst da, deshalb darf ich Anna I sein. Allerdings können wir über diese Nummerierung icht wirklich lachen: auch sie hat das schon früher in der Schuler erlebt, durchnummeriert zu werden) aus Deutschland, die ihr Architekturstudium hier komplett auf polnisch durchzieht, eine Leistung, die ich bis jetzt noch nicht nachvollziehen kann und sie dafür wirklich bewundere. Auf der anderen Seite sitzen dann Leute in diesem Kurs, die entweder die große Liebe oder Arbeit in Polen gefunden haben. Oskar aus Nigeria macht den Anfang. Er ist Lehrer und handysüchtig. Carlos ist Musiker aus Venezuela, und schwärmt von den polnischen Musikern als Meister der Klassik. Zu den meisten Stunden erscheint er mit Gitarre, weil er gerade auf dem Weg von irgendwelchen Proben kommt. Maria kommt auch aus Südamerika und ist ganzfrisch in dem Kurs. Sie ist mit ihrem Mann nach Polen gekommen und hat einen kleinen Sohn. Manuel aus Belgien ist Architekt und ist hier für ein Projekt untergekommen. Seit er dabei ist, sind die Stunden um einiges lauter. Er spricht gern mit Leuten und bezieht seine Sitznachbarn gerne in Gespräche ein, die weit über den Unterichtsstoff hinausgehen. So wissen wir auch schon alle von seiner 'kind of' Freundin, mit der er fleißig Polnisch paukt. Alex kommt aus Russland. Er ist hier um seiner Freundin will und studiert. Ich finde ihn nicht unbedingt sympatisch. Wenn er spricht, dann eigentlich immer auf Englisch oder Russisch. Er erfreut uns mit Geschichten über den sibirischen Wintern, wobei sich Oskar und auch die Lateinamerikaner nur schütteln können und erstaunt die Augen aufreißen. Pani Irina kommt auch aus Russland. Sie unterrichtet hier in Polen. Sie kommt schon sehr gut mit der Sprache zurecht und hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Den Abschluss bildet Lisa. Sie kommt aus Columbien, hat lange in den USA gelebt, bevor es sie nach Europa verschlagen hat. Hier ist sie dann erst über Itlaien und einige andere Länder nach Polen gekommen, wo sie jetzt mit ihrem polnischen Mann und zwei Kindern lebt. Sie arbeitet für eine New Yorker Musikzeitschrift. Sie hat eine tolle Art zu erzählen undbringt uns so manche Male zum lachen.

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