Montag, 24.09.07: Anna belegt die ersten Kurse

Erster Uni-Tag, jetzt wird es ernst. Denke ich. Letztendlich ist es immer noch sehr entspannt. Ich habe heute drei Kurse. Der erste: cultural differences in international business. Die noch sehr junge Professorin spricht zwar nicht das beste Englisch und redet sehr leise, der Kurs scheint aber interessant zu werden. Was mich erstaunt: fast nur polnische Studenten belegen diesen Kurs. Die Stunde endet nachdem die Professorin den Ablauf des Kurses und die Notenfindung erklärt hat, also nach einer knappen halben Stunde.


Wir holen unsere Studentenausweise ab. Die sehen hier irgendwie klasse aus: aus dicker schwarzer Pappe, mit einem eingeklebten Passfoto (hier taucht es also wieder auf) und handschriftlich ausgefüllt. Mit dem polnischen Studentenausweis dürfen wir jetzt auch offiziell die ermäßigten Tickets für die Straßenbahn nutzen. Da haben wir uns zuvor bewusst dumm gestellt („Aber ich habe doch einen Studentenausweis. Wie der ist hier nicht gültig?“)


Auch der nächste Kurs füllt nicht die angesetzte Gesamtzeit aus. Nach etwa einer Stunde Einführung in die Methoden des Marketing lässt uns die super-englisch-sprechende Professorin gehen. Wir nutzen noch einmal die Zeit, um das Internet der Uni zu genießen.


Der nächste Kurs „History and Culture of Poland“ ist sehr vielversprechend. Neben den 'normalen' Unterrichtsstunden sind hier Ausflüge ins Museum, ins Theater, nach Krakau und zu einem Konzert einer beliebten polnischen Rockband (KULT) geplant. Die Note dieses Kurses setzt sich aus einer Zusammenfassung eines Ausflugs und einer Diaschau/Film/Theaterstück... über die Eindrücke aus Polen zusammen.


Nach der Uni beantragen wir Internet. Am Freitag soll dann schon Anschluss auf unserem Zimmer verfügbar sein. Dann kann ich auch anfangen, nach Hause zu telefonieren, also länger und regelmäßiger. Da freue ich mich auch schon drauf, die vertrauten Stimmen fehlen mir schon.


Am Abend starten wir dann eine Kochaktion. Zu siebt kochen wir Nudeln mit Bolognese und Salat. In der Küche trifft sich der halbe Flur. Man spricht 'ERASMUS'- eine Mischung aus Polnisch, viel Englisch, viel Deutsch, Russisch, Französisch und ein Hauch Türkisch. Ich fühle mich extrem wohl und irgendwie international – ein Mädchen von Welt sozusagen.

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