Wir werden aber zunächst durch eine 12 stündige Fahrt auf polnischen Bahnschienen gebremst. Der Zug ist zunächst überfüllt, wer sich nicht in eines der Abteile quetscht, der steht erst mal auf dem Gang. Gegen sieben Uhr am Samstag steigen wir in Krakau um, ohne die Probleme, die wir erwartet haben. Mit einer Bimmelbahn geht es dann nach Zakopane.
Hier suchen wir zunächst unser Hostel und beziehen die Zimmer, dann suchen wir nach einem Skiverleih, der 26 Studenten mit Ausrüstung ausstatten kann. 60Zl kostet uns das für 4 Tage (ca. 18€, und damit weniger als ich kalkuliert hatte). Am Abend kochen wir in der Küche des Hostels, die ein wenig an Küchen für eine Ferienlager erinnert: riesige Töpfe und Schüsseln, Schränke voll Geschirr und Besteck aber kaum nützliche Utensilien wie Kochmesser oder Dosenöffner.
Am Sonntag stehe ich dann das erste Mal auf Skis. Es liegt wenig Schnee in Zakopane, so dass man nur die präparierten Pisten nutzen kann, neben dem Kunstschnee ist die Landschaft dann grün und bei sonnigen Temperaturen um die 10°C fühle ich mich eher an Frühling erinnert.
Das erste problem: wie bekommt man diese Schuhe zu... mit vereinten Kräften und dank unserer starken Jungs, klappt es dann schließlich doch.Nach und nach bekommen wir ein Gefühl für die Ski, Bremsen und Kurven fahren klappen schon immer besser. Die Premiere im Lift geht auch gut (ob wohl ich im Laufe des Tages einmal quer zum Lift im Schnee sitze und meine Bindungen nicht lösen kann, bis Lydia mich befreit.
Am Montag fahren wir in das 15km entfernte Skigebiet Bialka. Hier gibt es eine Batterie Pisten und mehrere Sessellifte. Zunächst bin ich erst mal nur gestresst: von der langen Piste, den verlängerten Füßen, den Liften und der Menschenmasse, die den Berg hinunter hetzt. Ich tue mich mit Agnes zusammen, die die Piste in meinem Tempo herunter fährt.
Am Dienstag klappt es dann schon besser. Auf den Pisten haben sich lustige Huckel gebildet, über die wir konzentriert hinüber wetzen. Am Abend beginnt es dann zu schneien, was mir bei den Abfahrten die Sicht nimmt, da ich keine Skibrille besitze.
Am Mittwoch ist dann schon der letzte Tag auf der Piste. Es klappt immer besser und heute trauen wir uns auch steilere Pisten zu. Gegen Spätnachmittag fühle ich mich immer kränker und zittere während der letzten Abfahrten nur noch. Das stellt sich auch nach einer heißen Dusche nicht ein.
Am Abend gehen wir mit der gesamten Gruppe zu Roosters, der polnischen Adaption des Amerikanischen Vorbild Hooters. Hier arbeiten Mädels mit knappen Hotpants und schwarzen Oberteilen. Ich halte nicht sehr lange durch. Mit einigen anderen gesundheitlich Angeschlagenen kehre ich früh ins Hostel zurück und schlafe.
Am Donnerstag herrscht dann schon Aufbruchstimmung: Zimmer räumen und Ski zurückgeben. Danach sitzen wir noch in Cafes die Zeit bis zur Abfahrt ab und freuen uns schon auf mehrere Stunden Zugfahrt. Die vergehen dann aber doch recht schnell und gegen halb sieben am frühen Morgen kommen wir im Wohnheim in Poznan an, verabschieden hier schnell die ersten Abreisenden und verziehen uns dann in unsere Betten.
Fazit: Trotz der großen Gruppe chaotischer Studenten ist alles gut gegangen, und es gab keine Skiunfälle (was nicht heißt, dass wir trotzdem unfallfrei durch die Woche gekommen sind: Chris ist abends in Scherben gefallen und musste am Oberschenkel genäht werden). Außerdem war das für mich eine tolle Gelegenheit mich mal auf den Brettern auszuprobieren. Bis zum nächsten Skiurlaub.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen